Stationen dieses Törns: Swinemünde, Bornholm (Roenne), Simrishamn, Ahus, Hanö, Karlshamn (Väggahamn), Ronneby (Ekenäs),  Karlskrona, Kolberg

 

 

Freitag, 20. Juni 2014   -   Ue’de – Swinemünde – 22 sm

auf gehts mit sy-bruty

Um 17.00 Uhr haben wir die Leinen losgeworfen und sind zu unserem langen Sommertörn gestartet. Mit einem schönen Wind 15 Knoten Böen bis 20 aus NW sind wir einen angenehmen Kurs (raumschots) gesegelt. Jedoch war das Haff von den letzten Starkwindtagen sehr aufgewühlt, so dass es ein ganz schönes Geschaukel war. Gut, dass wir (toi,toi,toi) selten mit Seekrankheit zu kämpfen haben. Das war schon so ein netter „Kotzkurs“. Aber wir sind zeitweise mit strammen 7-8 Knoten durchs Wasser gepflügt. Um 18.50 Uhr sind wir in die Kaiserfahrt eingefahren, wo das Wasser endlich ruhiger war. Der Wind hat in der Zwischenzeit bereits auf 8 – 12 Knoten abgenommen. Während der Fahrt haben wir ein paar Halsen gemacht. Aber das muss ich noch üben. Da stimmt was nicht mit meinem Gefühl. Muss ich gleich an Loriot denken mit dem Ei. Ich fiere das Groß immer einen Tuk zu spät. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir das in den 4 Wochen sicherlich noch ein paarmal wiederholen. Wir hatten wieder viel Glück mit dem Wetter. Es hat nicht geregnet und zeitweise schien sogar die Sonne. Und mit 19 Grad war auch der Wind zu ertragen. 

Da für morgen auch wieder sehr viel Wind angesagt wurde, war es auch wichtig, dass wir heute schon loskommen. Um 20.45 Uhr sind wir in Swinemünde angekommen. Und nun auch verstanden, warum uns ein polnisches Segelboot so zügig überholt hat. Der Hafen war gut voll, da hier ein Hafenfest tobt. Wir wurden mit lauter Musik, vielen Menschen und Buden empfangen. Na, das ist doch was für Jörg und er strahlte auch. Jörg liebt Hafenfeste. Da der Hafen ja riesig ist, war es auch kein Problem noch einen langen Steg zu finden. Die Plätze ganz hinten sind ja eh nicht so beliebt, da der Weg zu den sanitären Anlagen so weit ist. Ich mag diese Plätze, da man hier zum Teil ganz alleine liegt. So auch heute. Also fast alleine.

Na dann, auf zum Hafenmeister, uns ehrlich gemacht und dann zum Fest. Das Tyski Bier ist echt lecker, davon werden wir uns mal ein paar Büchsen kaufen. Die für Polen bekannte Krakauer und ein riesen Schaschlik waren dann unser Abendessen. Diese Grillsachen, die man hier an vielen Ständen bekommt sind immer wieder super lecker. Wenn der Knoblauch nicht wäre. Der mir ja so leider gar nicht bekommt. Als Dessert haben wir Waffeln mit Erdbeermarmelade und Sahne gegessen. Die waren so etwas von lecker, dass wir uns noch eine zweite bestellt haben. Wir sind aber auch Nimmersatts.

Es wurde Live-Musik gespielt und zwischendurch waren ganz tolle Bands da. Super Musik so ein bisschen Folk-Musik, die sehr zum Tanzen animierte, was ich dann auch auf der Wiese getan habe. Eine tolle Stimmung, tolle Musik, leckeres Bier. Was will man mehr. Das nenn ich einen schönen Urlaubsauftakt. Um 0.00 Uhr war die Musik dann aus, das Fest beendet und wir todmüde in den Kojen. 

 

Samstag, 21. Juni 2014  - Swinemünde

swineein

Verstau

Heute steht alles im Zeichen des Einkaufens. Wir werden hier unsere zig Flaschen Wasser kaufen. Polen hat kein Pfandsystem und daher können wir die Flaschen dann so entsorgen. Sicherlich nicht ganz umweltfreundlich. Aber wenn man über 100 Flaschen Wasser transportieren muss, möchte man nicht 100 leere Flaschen wieder mit zurück nehmen. Man kann die ja leider auch nicht mehr zusammenfalten, weil ja dann der Code nicht mehr erkannt wird. 

Im Laufe der Nacht hat der Wind ordentlich zugenommen und es stand ein kräftiger Schwell im Hafen, der die Boote nett schaukeln ließ. Gerade die leichteren Boote hüpften hier hin und her. 

Gegen Mittag sind wir dann mit den Fahrrädern zum Supermarkt gefahren und haben da dann 22 Flaschen a 5 l und viele, viele Bierdosen gekauft. Und was für ein Glück, gegenüber war ein Taxistand. Das Taxi hat uns bis zu unserm Steg in die Marina gefahren. Somit hat sich das Puckeln sehr in Grenzen gehalten. Taxi hat auch nur 7,00 Euro mit Trinkgeld gekostet. Jedoch war es schwierig für das Taxi auf das Marinagelände zu fahren, da aufgrund der Veranstaltung, die Durchfahrt verboten war. Der Taxifahrer war aber resolut und hat den Ordnungshüter ein wenig den Marsch geblasen und da hatte dieser dann aufgegeben und uns passieren lassen. 

Nachdem wir nun alles verstaut hatten,  sind wir wieder ins Städtle um unsere Fahrräder zu holen. Bei der Gelegenheit haben wir uns in diversen Restaurants erkundigt, ob das Spiel Deutschland – Ghana übertragen wird. Im Neptun das Restaurant am Marktplatz gegenüber der Post gibt es auch einen Fernseher. Also haben wir da erst mal da was gegessen, um dann zu erfahren, dass die bereits um 22.00 Uhr schließen. Sehr ungünstig. Aber die Kellnerin gab uns den Tipp mit einer Pizzeria. Da werden wohl alle WM-Spiel übertragen. Und tatsächlich. So haben wir da für 20.00 Uhr einen Tisch bestellt und haben noch etwas auf dem Boot gechillt.

Kurz vor 8.00 Uhr sind wir dann zu dieser Pizzeria, den Namen habe ich leider vergessen. Aber die Fußgängerzone an der „bösen“ Bank vorbei und dann auf der linken Seite. Sehr rustikal eingerichtet, dadurch sehr gemütlich. Wir hatten super Plätze mit Blick auf eine riesen Leinwand. Und dann kam sie….die Monsterpizza. Wir hatten eine große Pizza Diabolo bestellt und eine kleine Mediterran. Die große war wie ein Wagenrad. Man sollte vorher mal lesen, was auf der Karte steht 50 cm Durchmesser. Und da wir ja gerade mal vor 3 Std. gegessen hatten waren wir auch nicht wirklich hungrig. Die kleine war nun wieder sehr klein. Durchmesser 20 cm. Die schmeckte auch nicht besonders, aber auch nicht so schlimm, da wir die eh nicht geschafft hätten. Die Diabolo war super lecker und auch echt scharf. 

Kurz vor 21.00 Uhr kam dann noch eine deutsche Herren-Fußballmannschaft, wie wir erfahren haben. Die Stimmung stieg aber auch ein wenig peinlich, weil furchtbar laut und Deutschland Gesänge. Macht sich toll in Polen, die ja selber noch nicht mal bei der WM mitspielen. Insofern waren die polnischen Gäste not amused. War echt doof. Dann war doch auch noch so ein polnische primitive Tussi, die sich total toll fand und eine fürchterlich dreckige Lache hatte und dann auch noch laut polnische Tiraden schrie. Meine Herren da trafen primitive Dorf-Deutsche auf primitive Dorfpolen.

Am liebsten wäre ich wieder gegangen. Und dann auch nur 2:2. Wobei das sehr verdient war. Die Ghanesen waren wirklich gut, super schnell.

Ach ja, wir haben ja noch versucht, eine richtige Pina Colada zu bekommen. Aber das kennen die hier offensichtlich nicht. Das war nur Ananassaft mit etwas Bacardi und Kokosaroma. Keine Sahne und den Bacardi habe ich nicht geschmeckt. Also von Cocktails dort lieber die Finger weg. 

Um 00.00 Uhr gab es ein super Feuerwerk im Hafen. Und auf unserem Boot waren wir ja ganz dicht dran. Toll. Zeitweise dachte ich, der Himmel brennt. Schade für die Veranstalter, dass es heute immer wieder richtig stark geregnet hatte. Da sind schon viele nach Hause gegangen. 

 

Sonntag, 22. Juni 2014  -  Swinemünde

Joerfunk

Faulenztag, Faulenztag. Bis 11.00 Uhr geschlafen. Leichtes Frühstück. Jörg gefunkt und mit einem Engländer und Franzosen gesprochen. Endlich hat ihn einer gehört.

Um 16.00 Uhr sind wir zum Jazz-Club und haben da gegessen. Ich liebe dort das Lachstartar in einer Avocado. Der eine Kellner dort ist Franzose. Da freu ich mich, wenn der da ist, weil ich mich endlich mal wieder richtig verständigen kann.

Ich habe heute im Laufe des Tages Wetter geholt. Also wir werden trotz sicherlich noch etwas aufgewühlter See (ca. 1-1,5 m Welle) und strammen Wind (4-5 sind angesagt) morgen früh nach Bornholm segeln. Laut Vorhersage dreht der Wind Dienstag auf Nord, Nord Ost. Dann wäre es voll gegen an. Und das soll dann noch ein paar Tage so bleiben. Dann würden wir hier festhängen. Das ist auch doof. Wir probieren es einfach. Wenn es doch zu heftig wird kehren wir halt wieder um. 

Montag, 23. Juni 2014    Swinemünde – Roenne Südhafen 77,6 sm

Fähre

Was für ein Ritt. Also ganz früh (4.30 Uhr) war es noch schön. Die Welle war so 1 m echt erträglich. Wind bis 15 kn auch o.k. Ca. 1 Std. später brieste es dann auf, Wind stetig auf 20 Knoten mit Böen bis zu 28kn. Das Schlingern tat uns auch nicht so gut. Was aber auch an der Haferpampe von heute früh lag. Schon das frühe Aufstehen 3.30 Uhr ist uns auf den Magen geschlagen, die Haferpampe tat dann noch ihr übriges. So kämpften wir beide mit der Seekrankheit. Nach 2 – 3 Stunden hatten wir das aber im Griff. Das Boot krängte zum Teil so stark, dass ich dachte, wir kentern gleich. Wir hatten das Groß schon ganz eingeholt und die Fock aufs kleinste gerefft. Die Bruty hatte zum Teil 7 – 8 Knoten Fahrt gemacht. Toll. Wenigstens sind wir schnell vorangekommen. Gegen Mittag kam dann sogar die Sonne hin und wieder raus. Das tat auch gut fürs Gemüt. Zwischendurch habe ich eine Wolke gesehen, die sah aus wie ein Hund, der mir zuwinkt. Das war bestimmt Brutus, der mir sagen wollte, dass es ihm da oben gut geht und dass ich durchhalten soll. Bald haben wir es geschafft… Es kam auch eine Welle über als ich gerade von meinem Duplo-Brot abbeißen wollte. Danach war es ein salziges Duplo-Brot. Hat aber trotzdem geschmeckt. Mit der Zeit gewöhnt man sich auch an diese ständige starke Krängung und das Geschlinger. Die Bruty macht ihren Job aber toll. Der Autopilot lief die ganze Zeit und wenn es alt zu arg war, drehte sich Bruty wieder brav in den Wind. Gut dass sie luvgierig ist. Tolles Schiff, tolle Ausrüstung. Der Autopilot hat nur einmal die Segel gestrichen. Da war wohl der Versatz dann so groß, dass er damit nichts mehr anfangen konnte. Gegen 18.00 Uhr sind wir dann in Roenne angekommen Zuerst hatten wir es im Sportboothafen Nörrekas probiert. Aber da war schon alles voll. Hat ich mir schon fast gedacht. So sind wir als in den großen Fährhafen. Die haben im Südhafen auch Platz für Yachten. Da haben wir dann längsseits am großen Kai festgemacht. Da waren auch gleich helfende Hände.

RoenneHaf 

Zum einen der Hafenmeister und zum anderen der Dieter aus Usedom. Der hat ein 20 m Schiff und bietet Charterfahrten an. Schönes Schiff. Wir haben noch zusammen ein Bier getrunken. Da hat er uns seine Geschichte erzählt. Er war anfangs bei der Marine, dann wurde er Arzt und hat auf Usedom als Landarzt praktiziert. Irgendwann hatte er zwei solch große Boote und hat Törns angeboten. Dies funktionierte anfangs auch gut. In den letzten 3 -4  Jahren wurde es leider immer unrentabler. Und er musste ein Boot verkaufen, sein Haus verkaufen, um damit den Kredit von dem jetzigen Boot abzulösen. Auf diesem lebt er nun auch. Irgendwie traurig. Der ist nun auch schon 70 Jahre alt. Hat sich sein Rentendasein sicher auch anders vorgestellt.

Trotzdem wir ja hundemüde waren, haben wir noch einen Gang durch die Gemeinde gemacht und wollten an und für sich noch irgendwo was essen. Aber es war bereits 21.30 Uhr. Und da ist in Rönne nichts mehr los. Es wird nur bis 21.00 Uhr Essen serviert. Na dann eben nicht. Ist halt ein Dorf. Für uns Städter, die immer rund um die Uhr irgendwo was essen können, immer schwer zu begreifen. So hat Jörg noch Spiegelei mit Leberkäse gemacht. Das war sooo lecker.
 

Dienstag, 24. Juni 2014  - Roenne

Roenne

Trotz der Strapazen von gestern haben wir nur bis um 9.30 Uhr geschlafen. Eigentlich wollten wir heute so gar nichts machen. Ich war dann aber doch noch fleißig und habe das Boot erst mal vom Salz befreit. Das Cockpit auch mal wieder richtig sauber gemacht. Jetzt sieht die Bruty wieder schön aus. Gegen 14.00 Uhr sind wir wieder ins Dörfli geradelt. 

Diesmal haben wir auch was zu essen bekommen. Im Cafe Gustav haben wir einen Heringsteller gegessen. Der war sehr sehr gut. Dort konnten wir auch durch deren W-Lan Netz Kennwort 40004000 die neuen Grip-Files runterladen.

cafegust

Morgen gibt es N-O Wind 3-4, keine Welle. So werden wir dann morgen nach Simrishamn weitersegeln. Nachdem wir noch einige Einkäufe erledigt hatten, habe ich einen vollen Durchhänger bekommen und wir sind wieder aufs Boot gefahren. Ohne einen Cache zu machen. Das soll schon was heißen. Ich habe mich dann auch gleich aufs Ohr gelegt, während Jörg noch Nudelsalat gemacht hat nochmal zum Cafe Gustav gefahren ist, um irgendein Funkprogramm runterzuladen.

Heute Mittag hat eine große Beneteau Oceanis Clipper 43,3 festgemacht. 8 Leute sind da drauf. Der eine von denen hat wohl eine Wette verloren. Denn er musste mit dem Schlauchboot, das Boot von außen sauber machen. Mit freiem Oberkörper und gut gabaut, war das nett anzusehen. Hat nur noch die Cola Light gefehlt….

Inzwischen ist es 22.35 Uhr. Jörg funkt noch fleißig, Heute hatte er einen aus Griechenland am Funk.

Noch ein Wort zum Hafen. Das ist hier der Fährhafen. Sicherlich nicht sehr idyllisch. Aber für Leute wie wir, die Industriehäfen und das ganze drum herum mögen ein toller Platz. Wir sehen hier wie die Frachter beladen werden, die Fähren manövrieren. Dadurch hat man jedoch auch ganz schön Schwell. Und gestern noch mit der Welle, die bis in den Hafen kam auch eine ganz schönen Wellenkrach an der Hafenmauer. Daran habe ich mich aber schon so gewöhnt, dass ich damit so schön einschlafen kann.  

 

Mittwoch, 25. Juni 2014 - Roenne – Simrishamn 40,2 sm

auf hoher see

Um die Chance zu erhöhen, in Simrishamn noch einen Platz im Hafen zu bekommen sind wir schon um 8.30 Uhr losgedüst. Wir haben so mit 6 – 7 Std. gerechnet. Leider konnten wir aufgrund des Windes der doch viel Nordöstlicher kam als angesagt nur hart am Wind segeln. Und dann auch nicht unseren geplanten Kurs, der wäre gegenan gewesen. Wir hatten aber im Großen und Ganzen einen schönen Segeltag. Die See war anfangs ruhig später jedoch wieder Wellen so um 1 m. Aber inzwischen sind wir das ja gewohnt und das ging auch nur ca. 2 Std. so. Dann beruhigte sich die See wieder. Das Überqueren des Verkehrstrennungsgebietes war unproblematisch. Einzig die paar Netze, die in der Mitte des Gebietes ausgelegt waren zwangen uns den Kurs nochmals zu ändern. Dadurch haben wir immer wieder ein bisschen Höhe verloren.

Zwischendurch hatten wir Böen mit 20 Knoten und eine für mich bedenkliche Krängung. So dass wir dann doch das Groß gerefft hatten. Nach dem Verkehrstrennungsgebiet haben wir dann ein paar Mal gekreuzt. Ca. 7 sm vor Simrishamn hatten wir dann die Faxen dicke mit dem Aufkreuzen und haben den Motor angemacht. Uns sind auch zu viel Boote Richtung Simrishamn gefahren Wenn die alle in den Hafen wollen bekommen wir wieder kein Platz. Also aus die Maus und Motor an. So waren wir dann 1,5 Std. später um 15.30 Uhr im Hafen und hatten genug Wahlmöglichkeiten.

Nach unserem doch verdienten Ankerschluck hat Jörg super lecker gekocht. Huhn mit Möhren in Martinisauce. Ein Gedicht. Danach haben wir uns hingelegt und bis um 22.00 Uhr geschlafen. Anschließend haben wir noch einen kurzen Gang durch die Gemeinde unternommen. Kaum dass wir auf dem Boot waren fing es an zu regnen. Na, das nenn ich Timing. Soll mal richtig schön und doll regnen. Damit das Boot wieder schön entsalzt wird.

 

Donnerstag, 26. Juni 2014   -    Simrishamn

Gut, dass wir heute im Hafen geblieben sind. Um 12.00 Uhr zog ein starkes Gewitter mit Sturmböen auf. Inzwischen ist es 15.20 Uhr und es regnet noch immer. Wir sind um 11.00 Uhr in die Konditorei Thulins gegangen und haben dort gefrühstückt und bis um 13.00 Uhr den gröbsten Regen abgewartet. Dann sind wir in einer Schwachregenphase zum Boot gesprintet. Nun haben wir so viele Regenklamotten auf dem Boot aber natürlich nichts Entsprechendes mitgenommen, nicht mal einen Regenschirm. Auf dem Boot angekommen haben wir uns erst mal trocken gelegt. Das Fenster im Bad war offen. Wobei das sogar gut war, so konnte ich da dann gleich mal richtig sauber machen. Laut Wetterbericht soll es gegen 17.00 Uhr aufhören und dann die Sonne scheinen. Also, dafür dass wir Sommer haben bin ich ganz schön dick eingemummelt. Gut dass ich doch noch meine Fleecejacken mitgenommen habe. Die wollte ich ja erst zu Hause lassen. Wenn es aufhört zu regnen werden wir noch einen Versuch starten zu Euronics zu gehen und einen Internetstick kaufen. Dann schauen wir mal, wo wir das Spiel Deutschland gegen die USA sehen können. Jörg ist schon wieder am Funken. Aber hier hört ihn keiner. Wahrscheinlich stehen wir nicht im richtigen Funkwinkel. Die Route für morgen habe ich auch schon fertig. Laut Wetterbericht soll es morgen nicht regnen und schön sonnig sein. Wind aus West mit 3 – 4 Knoten (etwas wenig) später aber zunehmend auf 10 Knoten und auf Südwest drehend. Schaun wir mal inwieweit das übereinstimmt. Bis jetzt waren die Gribfiles recht zuverlässig. 

Den Stick haben wir nun doch noch nicht gekauft. Da schaun wir mal in Ahus. Die hatten hier nur einen für 7 Tage für 399,00 SEK. Im Internet habe ich gelesen, dass es einen für einen Monat gibt und der kostet nur 299,00 SEK. Das Spiel haben wir in einem Tex-Mex Restaurant gesehen. Dort haben wir einen Burger und Nachos mit Huhn und Käse gegessen. Schweineteuer aber super lecker. Der Burger hat 17,00 Euro und die Nachos 13,00 Euro gekostet. Die Portionen sind aber recht groß. Jörg hat noch ein Bier getrunken 0,5 l für 8,50 Euro. Wow. Aber das weiß man ja, das Essen gehen in den nordischen Ländern ein teures Vergnügen ist. Das Spiel selbst war etwas öde. Nachdem die Deutschen 1:0 geführt hatten, haben sie hinten alles dicht gemacht, das Spiel in die Länge gezogen und vorne nur das nötigste gemacht. So wie früher zu Völlers Zeiten. Ätzend. Und ich habe noch so gehofft, dass die USA noch ein Tor schießt. Ich wollte Klinsi sehen, wie er sich freut. Das ist immer so niedlich. Schade. 

Danach sind wir noch durchs für mich schöne Simrishamn gelaufen. Die kleinen Gassen und die niedlichen schiefen Häuser mit den schönen Blumen vor der Tür sind einfach wunderschön anzusehen. Vorbei an der Sk. Nikolaikirche, die auch ganz toll aussieht mit dem Engelsschatten auf dem Dach.

Kirche Simrishamn 

Morgen wollen wir dann nach Ahus segeln. Falls der Hafen voll sein sollte habe ich noch eine Ausweichroute nach Sölvesborg ca. 10 sm weiter westlich gemacht. Das wäre der nächst größere Hafen in den wir mit unserem Tiefgang reinpassen. Ich hoffe aber sehr, dass das nicht nötig wird. Von Ahus kommt man nämlich mit dem Bus nach Kristianstad. Und da wir ja da auch bis Montag bleiben wollen hätten wir ja da auch viel Zeit, uns neues anzusehen. 

Jörg funkt mal wieder. Nachdem das Gewitter nun durchgezogen ist, hat ihn auch jemand (diesmal aus der Mongolei) gehört. Ist schon witzig, wen er so alles am Funk hat.

 

Freitag, 27. Juni 2014   -   Simrishamn – Ahus – 25,8 sm

paras

Was für ein schöner Segeltag. Und die Gripdaten hatten im Großen und ganzen Recht. Wir hatten Nordwestwind anfangs mit 5 Knoten und später so ab 12.00 Uhr mit 12 – 15 Knoten, ab 13.00 Uhr mit über 20 knoten. Da wurde auch die See wieder unruhig und wir hatten Wellen bis ca. 1 m. 

Der Wind passte super, um den Parasailor zu setzen. Jörg wollte erst nicht, da er sich nicht sicher war, ob der Wind noch zunimmt. Und dann ist der riesen Lappen draußen. Daher war ich diesmal die treibende Kraft. Das Ding war sau teuer, also soll der auch arbeiten…Und es klappte nach anfänglichen Schwierigkeiten super. Wir hatten ja über 2 Stunden idealen Wind dafür. Raumwindkurs. Bei 5 – 7 Knoten Wind haben wir 3 – 4 Knoten Fahrt gemacht. Toll. Nach und nach wurde der Wind stärker und die Böen auch etwas heftiger aber der Parasailor hat das super gehandelt. Also in der Tat wie in der Werbung beschrieben recht einfach. Auch das Setzen und wieder Einbringen geht ruckzuck, wenn erst alle Schoten verlegt sind.

Das Wetter, diesmal Sonnenschein und über 20 Grad tat sein Übriges dafür, gute Laune zu haben. Der erste Tag, an dem wir nicht gefroren haben und sogar im T-Shirt gesegelt sind. Hoffentlich bleibt es nun so.

Ahus empfängt den von See kommenden mit großen Silos, die in jedem Törnführer als Landmarke angegeben werden. Wir sind auf der Helge, so heißt der Fluss der nach Ahus führt, langgefahren. Auf der rechten Seite, gleich nach den Silos, sind die Anleger der Stadt. Da fand nun gerade ein Hafenfest statt mit Kirmes und Bühne. Erst Swinemünde jetzt Ahus. Von einer Party zur nächsten. Wobei hier die Musik nicht so gut war wie in Swinemünde.

Gut aber, dass ich den Törnführer von Gerti und Harm Claußen gelesen habe und dort, und auch nur dort, steht, dass auf der linken Seite am Wald ein Segelclub auch Gastliegeplätze bereitstellt. Die Plätze in der Stadt sind nicht wirklich schön, da, da alle Leute am Boot entlang promenieren. So sind wir weiter zu diesem Segelclub und haben glücklicherweise auch ein Plätzchen gefunden. Etwas weiter hinten, wo wir schon Bedenken hatten, dass das mit der Tiefe noch reicht, aber 3 m sollten reichen… Hier habe ich nun wieder eine ganz neue Art des Anlegens kennengelernt. Sogenannte Ausleger. Das sind zwei Metallstreben Y-Form mit Ringen drauf. Da muss dann das Seil durch gefummelt werden. Ein klarer Fall für unseren super Bootshaken Hooky. Den hatte ich aber so schnell nicht griffbereit. Hat dann aber auch erst mal so geklappt, da ich die Seile um die Metallstreben gewickelt habe. Fest ist fest. Danach kommt die Kür. Später haben wir die Seile mit unserem Super-Hooky durch die Ringe geführt.

Die sind hier super nett. Hafengebühr liegt so um die 18.00 Euro inkl. Strom, Wasser und Duschen so viel man möchte. Fahrräder kann man sich hier gratis ausleihen. Auch ein netter Service. Auf dem Weg zur Stadt bzw. Dorf haben wir solch schöne Häuser gesehen. Also arme Leute wohnen da nicht. Im coop, der von Montag – Sonntag von 8.00 – 22.00 Uhr geöffnet hat, haben wir dann noch ein paar Sachen gekauft. Die Bushaltestelle, um nach Kristianstadt zu kommen haben wir auch schon entdeckt. Das wollen wir dann morgen auch in Angriff nehmen. 

Samstag, 28. Juni 2014 -  Ahus

ahus

Heute war nicht mein Tag. Ich war heute früh wie gerädert. Komisch, obwohl ich gut geschlafen habe. Um 9.30 Uhr hat mich Jörg dann aus dem Bett getrieben. Er wollte unbedingt den Bus um 10.12 Uhr nach Kristianstad nehmen. Toll. Also voll die Hetze. Dabei natürlich die Hälfte vergessen. In Kristianstad (schöne Stadt mit schönen Häusern und sehr nette Parkanlagen und Fußgängerzone) haben wir Jörg erstmal noch ein paar Ibuprofen gekauft. Ihm tut die Ferse weh. Schon seit einiger Zeit. Dann in der Konditorei Duvander gefrühstückt. 2 Clubsandwichs, die waren sehr lecker dann noch so ein gegrilltes Salami-Brie-Brot (das war nicht besonders gut) und Kaffee soviel man möchte. Da passte, um mich wach zu bekommen. Knapp 30,00 Euro. Ach ja, und noch ein Baiser mit Blaubeeren (sehr lecker). Der Kaffee war auch sehr gut. Nach dieser Stärkung sind wir zum Telenorshop und waren schon voller Hoffnung, endlich den richtigen Internetstick gefunden zu haben. Telenor = Vodafone, haben wohl die beste Netzabdeckung. Aber weit gefehlt. Da ist wohl gestern eine finnische Schulklasse gekommen und hat alle aufgekauft, die Kristianstad so hatte. Zurück in Ahus war der einzige Laden, der sowas noch vertreibt natürlich auch schon zu, als wir wieder hier waren. Na dann eben nicht. 

Da es immer wieder angefangen hat zu regnen, haben wir nun doch noch die Kuchenbude aufgebaut. Ich finde es schade, immer gleich wieder runter ins Boot zu gehen. Da bekommt man so gar nichts richtig mit. Und es ist total gemütlich hier oben im Cockpit zu sitzen, während es draußen regnet.  Um 21.00 Uhr sind wir dann doch nochmal spazieren gegangen. Hier in den Wald, der genau neben dem Hafen liegt. Ist der schön. Alles mit Moos und Gräsern bewachsen. Ein richtiger Märchenwald. Bei der Gelegenheit haben wir sogar 3 Caches gemacht. Hier sind ganz viel Caches. Aber ich wollte Jörg nicht überfordern mit seinem Fuß. Was hier um diese Jahreszeit schon toll ist, dass es so lange hell ist. Inzwischen ist es 22.00 Uhr und die Sonne scheint noch so diffus. Es ist auch recht mild geworden. Im Wald waren viele Mücken. Bis jetzt sind wir ja recht verschont geblieben vor der so bekannten schwedischen Mückenplage. Aber nun war es auch recht windig und kühl. Das Hafenfest ist heute noch im vollen Gange. Ich musste mir gestern echt Oropax in die Ohren stecken. Die haben so schlecht gesungen.

Heute Nacht um 1.00 Uhr hat sich sogar ein Boot, was dort bei der Kirmes festgemacht hatte hier in den Hafen verholt. Die konnten den Krach nicht mehr aushalten. Hier in dem Hafen überhaupt in Ahus sind fast nur Schweden. Der Hafen bzw. Ahus scheint touristisch nicht so attraktiv zu sein. Ahus selbst ist hier nun auch nicht so der Renner. Das einzige was hier heraussticht ist das Werk Absolut Woldka, der nur hier produziert wird. Wir dachten immer, das wäre in Russland.

Ein Teil des Werks ist gebaut wie eine Kirche. Sieht sehr schön aus. Die Landschaft bzw. die Wälder sind hier jedoch sehr schön.  

Sonntag, 29. Juni 2014 -   Ahus

ahus css

Während ich in den Märchenwald  Cachen gegangen bin hat Jörg auf dem Boot den Lautsprecher montiert oder so ähnlich. Er hat bis abends am Steuerstand rumgeschraubt. Also auf jeden Fall können wir nun vom Steuerstand aus tuten und im Nebel tutet das dann automatisch alle 2 Minuten. Mit seinem Fuß wäre das mit dem Cachen auch nicht so förderlich gewesen. Da man in diesem Wald nicht mit dem Fahrrad fahren darf. Der Boden ist hier ganz weich. Sicherlich ist das auch der Grund. Auf jeden Fall war ich sehr erfolgreich. Ich habe nämlich 15 Caches gefunden und dann noch die drei von gestern abend. Wow, das ist glaube ich mein Rekord. Schade, dass Birgit nicht hier ist. An meine Freundin habe ich während des Cachens die ganze Zeit gedacht und sie hat mir ganz schön gefehlt. Das würde ihr hier super gefallen.

Abends sind wir noch essen gegangen in der Annahme, dass wir dort das Spiel Deutschland – Algerien sehen können. Aber das läuft erst morgen. Na, dann nicht. Gegessen haben wir trotzdem. Jeder einen Burger, Pommes und frittierten Spargel. Ich fand es sehr lecker und die hatten eine Trüffelmayonnaise, die war ja köstlich.

Aber Jörg ist der Burger nicht bekommen. Er fand den auch nicht sooo lecker.

Nach dem Essen haben wir noch einen großen Spaziergang gemacht und überlegt, ob wir nun noch hier bleiben, um dann morgen hier das Spiel Deutschland Algerien zu sehen. In Hanö denke ich, werden wir wohl nichts finden, wo man gucken kann. Mir persönlich ist es eigentlich nicht so wichtig. Aber Jörg scheint irgendwie im Fußballfieber zu sein. Und jetzt kommts…. da fängt er doch tatsächlich um 23.00 Uhr an, aus den Antennenkabeln die eigentlich für die Sat-Antenne gedacht waren rumzuschrauben, den Fernseher rauszupopeln, das Werkzeug natürlich wieder aus dem „Lagerraum“ rauszufischen. Und da der bis oben hin voll gestapelt ist und das Werkzeug natürlich ganz unten ist, war das schon eine Aktion. Oh mann, ich war schon etwas genervt. Er soll mir noch mal erzählen, er mache sich nichts aus Fußball…

Und er hat das tatsächlich hinbekommen. Hier in Schweden geht das nämlich noch mit Antenne. Inzwischen ist es 00.47 Uhr und wir gucken Costa Rica – Griechenland. Es ist gerade 11 m Schießen. Ich bin ja für Costa Rica.

Nun habe ich aber beschlossen, morgen noch hier zu bleiben. Ich bin echt zu kaputt, für morgen alles segelfertig zu machen. Ich habe Urlaub und brauche Ruhe. Außerdem könnte es sein, dass wir in Hanö gar keinen Empfang haben. Ist ja eine Insel. Was weiß ich, wie die Abdeckung des Antennenfernsehens hier ist.

Jörg hat sich auch nicht wirklich gewehrt.

So können wir morgen gemein-sam eine schöne Fahrradtour machen. Da zeige ich ihm dann den Strand. Das war da so schön. 

Und ich gehe dann morgen in den Hifi Laden und schau mal, ob die da einen Internetstick haben. Oh schön, Costa Rica hat gewonnen. Der Torwart von Costa Rica hat einen 11 Meter gehalten und ist nun der Held.

Aber ich habe gerade gesehen, dass die USA weiter ist. Ach, das freut mich für Klinsi. Die spielen Dienstag um 22.00 Uhr. Na, da sind wir aber nun sicher in Hanö. Hoffe ich jedenfalls.

 

Montag, 30. Juni 2014  -  Ahus

ahus werk

Ach was war das heute für ein schöner Tag. Gaaaanz gemütlich gefrühstückt. Gegen 13.00 Uhr dann los ins Städtle mal wieder in Sachen Internetstick. Und in so einem kleinen Laden für Computer hat uns dann der Inhaber eine Karte fürs Handy von comviq verkauft. Da hat er uns dann übers Internet 10 Gb für 30 Tage raufgeladen. Und kostet nur 249,00 SEK plus 30 SEK für die Karte. Also 30,00 Euro für einen Monat Internet. Danach haben wir eine schöne Fahrradtour gemacht. Wieder zum Strand und neben den Silos am Hafen sind noch Reste von einer alten Burg vom Mittelalter. Sehr schön. 

Dann sind wir noch Eis essen gegangen, etwas einkaufen und um 17.30 Uhr wieder aufs Schiff. Jörg hat heute Spagetti Bolognese gemacht. Super lecker. Und dazu unseren oberlecken Wein Crianza. Ach war das köstlich. 

Zum Abschluss haben wir wieder unseren Finlandia Wodka getrunken. Das ist so lustig, weil wir ja die ganze Zeit auf das Werk von Absolut Wodka gucken. Da haben wir nun auch ein Foto gemacht.

Den Finlandia Wodka vor dem Absolut Werk. Schade, dass da nicht gerade ein LKW von denen vorgefahren ist. Das wäre nun echt lustig gewesen.

Nun ist es 22.09 Uhr und wir gucken auf dem Boot Algerien gegen Deutschland. Hoffentlich gewinnen die Deutschen. Sonst war der ganze Akt, diesen Fernseher aufzubauen, ganz unnötig gewesen. Gerade sieht es irgendwie gar nicht gut aus. Die Pässe hauen nicht hin und die Algerier hatten schon zwei richtig gute Chancen.

Also die Deutschen haben dann in der Verlängerung doch noch mit 2:1 gewonnen. Aber eine Glanzleistung war das nun nicht gerade. Um 1.00 Uhr sind wir erst in unsere Kojen.

 

Dienstag, 1. Juli 2014   -   Ahus – Hanö 19,2 sm

Hanö

Kurz nach 9.00 Uhr sind wir los. Der Wind war für uns wieder klasse. Bzw. für den Parasailor. Anfangs hatten wir leider nur 2 – 4 knoten. Aber der Parasailor stand schon bei 3 - 4 Knoten und zog die dicke Bruty immerhin mit knapp 3 Knoten durchs Wasser. Das Wetter war traumhaft. Sonne pur, kleine Schäfchenwolken, kaum Welle. Herrlich. Während der Fahrt habe ich es sogar geschafft, die Buchhaltung zu machen. Die Löhne dem Steuerbüro zu melden und an die Leute zu überweisen. Damit wäre auch das geschafft. Diesbezüglich ist Internet schon echt klasse.

Gitti Buchhaltung

Wir sind kurz vor 14.00 Uhr in Hanö angekommen und hatten auch noch ein Plätzchen am kleinen Steg (links) gegenüber der großen Kaimauer gefunden. Inzwischen ist es 19.00 Uhr und der Hafen ist schon nett voll. Einige liegen bereits im Päckchen. Wir haben noch keine Nachbarn. Später haben wir erfahren, dass dort wo wir liegen, keine Päckchen liegen dürfen, da die Fähre sonst nicht genug Platz zum Manövrieren hat.

Nachdem wir aus SW kommend ein kleines Sturmtief auf uns zukommen gesehen haben, haben wir unsere Kuchenbude doch wieder aufgebaut. Und gut daran getan, weil es etwas später dann auch regnete. Jörg hat heue Schafskäse mit Auberginen, Tomaten, Rosmarin, Paprika überbacken. Das war köstlich. Wir wollten uns an und für sich noch Hanö angucken, aber wir waren beide zu müde und haben uns kurz in die Koje verkrümelt. Um 22.30 Uhr habe ich dann doch noch den Fernseher aufgebaut, um USA-Belgien zu sehen. So ein Mist, Klinsi hatte leider nichts zu lachen. Belgien hat in der Verlängerung ein Tor geschossen. Das war es dann. Tschüss Klinsi. Weinend

 

Mittwoch, 2. Juli 2014   -    Hanö

hanö

Heute früh bin ich den hiesigen Supermarkt gegangen, um Brötchen zu kaufen. Echt niedlich hier. Der Supermarkt ist ein ganz kleiner Tante Emmaladen. Wir haben heute die Insel umrundet und einige Caches gefunden. Die Insel ist wunderschön. Der Wald ist mit moosbedeckten Steinen und Farnen gesäumt. Der Ausblick von oben 60 m (die höchste Erhebung) ist grandios. Das Wetter war wie auch schon die letzten Tage sehr wechselhaft. Anfang super sonnig, richtig schöne warm und dann zwischendurch gab es ein kurzes Gewitter, gott sei Dank ohne Blitze, nur Donner und etwas Regen. Wir haben Dammwild gesichtet. Die sind ja hier recht zutraulich. Bleiben stehen und gucken dich erst mal an ehe sie wegrennen. Es war einfach wunderschön. 

Gut 11 km weiter und 2,5 Std. später sind wir wieder am Hafen gewesen und erstmal ein Eis gegessen. Das Kugeleis ist hier sehr lecker und sahnig. Jörg ist dann aufs Boot und ich bin dann nochmal für 2 Stunden und 6 km losgejoggt, um noch 3 fehlende Caches zu suchen. Die waren aber schwer, so dass ich zum Teil lange suchen musste. Als ich auf dem Berg bzw. Hügel war sah ich wie wieder ein Gewitter aufzieht und auch eine Wahnsinns Regenfront. Na da bin ich aber doch zügig Richtung Hafen gelaufen. Hat aber nicht ganz gereicht. Ich bin dann klitschnass am Boot angekommen.

Das hiesige Museum ist auch allerliebst. Mit einer Büchertauschecke.

Hanö Museum 

Bücherhan

Morgen geht dann weiter nach Karlshamn. Jörg wollte jetzt schon nach Karlskrona. Aber da war ich gar nicht für zu haben. Es soll ganz schön Welle geben mit 4- 5 Bft. Nö, da habe ich keine Lust wieder über 30 sm zu segeln. Nach Karlshamn sind es nur 9 sm. Außerdem sind rund um Karlshamn ja die Inseln Tjäro, Tarnö usw. die ich ansegeln wollte. Ich hoffe, das klappt. Wenn der Wind weiter so stramm ist und die See soll auch so um die 1 m sein, dann wird das für uns nichts mit Ankern. Na ja schaun wir mal. Erst einmal Karlshamn und dann sehen wir weiter. So schön Hanö auch ist, ist das Liegen hier am Steg recht laut. Da der Hafen nach Norden hin recht offen ist. Und bei dem Schwell, den wir zurzeit haben ist das Liegen hier sehr unruhig. Insofern bin ich nicht traurig, dass wir morgen schon die Segel streichen, hi,hi, wie passend.

 

Donnerstag, 3. Juli 2014   -  Hanö – Karlshamn Väggahamn 8 sm

karlsham

Geweckt wurde ich heute vom pfeifenden Wind und starken Geplätscher der Wellen zwischen Kaimauer und Boot. Es war 7.00 Uhr und der Wind pfiff mit ca. 20 Knoten in den Hafen. Viele standen unschlüssig auf ihren Yachten und sahen draußen auf der See die Wellen mit 1 – 2 m. Tja, für einige nicht das optimale Segelwetter. Aber die Sonne schien. Das ist doch was.

Gestern Abend haben wir uns noch mit dem Pärchen unterhalten, die hinter uns festgemacht hatten. Die liegen in Kröslin und haben ein recht flaches Boot. Jörg sagt zu diesen Booten immer „Rennziegen“. Die sind seit zwei Wochen unterwegs und nun wieder auf dem Rückweg. Als ich duschen gegangen bin, wollten die gerade ablegen. Die segeln Richtung Süden soweit sie kommen. Die sahen aber nicht so glücklich aus. Mit dem Boot bei der Welle und dem Wind wird das sicherlich recht nass und ungemütlich. Und dann hatten die auch noch den Wind gegenan. Wie öde.

Während wir gefrühstückt haben, kam ein sehr großes Motorboot „Lady Ann“ aus England. Zwei sehr nette Männer mit einer typisch englischen Frau, so ein bisschen wie Queen Mum. Die haben sich nun hinter uns gelegt. Mist und ich dachte noch, wie gut, dass die aus Kröslin weg sind. So haben wir genug Platz zum Ablegen. Gerade bei dem Wind. Durch deren Größe lagen die aber recht eng am Rangierweg der Fähre. So dass Jörg angeboten hat, dass wir uns zügig fertig machen und dann ablegen. So haben die genug Platz und können sich weiter nach vorn verholen. Da waren die ganz glücklich und haben sich noch zig mal bedankt. Nun gut, dann sind wir also schon so gegen 11.00 Uhr statt der geplanten 12.00 Uhr los. 

Es war ganz schön eng. Vor uns so ein kleiner Segler hinter uns dieser riesen Klotz, aber Jörg hat ganz souverän abgelegt indem er in die Vorspring eingedampft ist. Der Besitzer von der kleinen Segelyacht vor uns war zum Drücken bereit, falls wir zu dicht an sein Boot kommen. Aber das war gar nicht nötig, denn schwupps waren wir weg. Draußen dann das übliche Geschaukel. Aber dies hielt sich in Grenzen, da wir was den Wind angeht zurzeit echt Glückskinder sind. Der kommt immer so, dass wir Halbwind oder Raumschotkurs fahren können. Da machen dann ein paar Windstärken mehr überhaupt nichts aus. Die Wellen waren mit uns, so dass es ein regelrechtes Surfen war. Total schön. Da wir im Grunde faul sind, haben wir für die popligen 8 sm das Groß auch drin gelassen und sind nur mit der Fock gesegelt. Hat auch gereicht, wir sind mit 5 – 6 Knoten durchs Wasser gepflügt und waren kurz vor eins dann schon im Hafen. Erst haben wir uns an so einem Ausleger festgemacht, um dann festzustellen, dass die auf der Steuerbordseite gar keine Festmacher hatten. Toll also alle Leinen auf der Backbordseite wieder ab und weiter durch den Hafen gekurvt und geguckt, wo wir festmachen können. Gegenüber sind Heckbojen. Aber da haben sich schon zwei Schiffe längseits gelegt. Eine Unart, die mir schon öfter aufgefallen ist. Dass die Leute die Heckbojen ignorieren und sich einfach längseits legen. In Roenne war das auch so, da hat aber dann der Hafenmeister, die Leute aufgefordert sich richtig zu verholen. Hier war es dann aber ein netter Schwede (von einem der längseits liegenden Boote) der uns zuwinkte und sagte, wir sollen uns doch zwischen die Boote an die Boje legen. Na gut, haben wir dann auch gemacht. Aber komfortabel war das nicht, weil wir dann so schief lagen, dass wir nicht richtig vorne am Steg waren. So hat dann der eine längseits liegende von sich aus, sein Boot nun an die Heckboje befestigt. Auch ein sehr nettes schwedisches Pärchen. Hier in Schweden sind die Leute eh alle super nett und entspannt. Wir ja inzwischen auch.

Auf jeden Fall konnten wir unser Boot nun gerade richten und an die „richtigen“ Festmacher ran. Und somit waren alle glücklich.Wir konnten unseren Ankerschluck mit den leckeren Heringshappen in unterschiedlichen Saucen genießen. Danach gab es noch ein schönes Käffchen mit einigen Leckereien. Nach der Völlerei mussten wir uns bewegen und sind nach Karlshamn gelaufen. Der Weg dorthin (ca. 4 km) ist sehr schön. Direkt am Wasser lang. Karlshamn selber ist nicht besonders attraktiv. Der Supermarkt Walli’s ist jedoch sehr gut sortiert. So dass wir da noch etwas eingekauft haben. Karlshamn ist auch irgendwie schmuddelig.

Zurück sind wir außen rum über die Straße gelaufen, die aber durch den Wald geht. Auch dieser Weg sehr schön. Die Wälder sind hier durch die moosbedecken Felsen und Steine und durch die Farne sehr schön anzusehen. Wir sind an einem wunderschönen Rosengarten vorbei gekommen. Mal sehen, ob wir uns den morgen noch einmal intensiver angucken. Am Hafen gibt es die wohl hier in der Gegend beste Fischräucherei mit Restaurant. Wir wollten ja nur mal gucken…, aber wenn wir was Leckeres zu Essen sehen, gibt es ja kein Halten mehr. So haben wir da natürlich eine Fischplatte, Hummer und Hummersuppe gegessen. Das war alles ganz hervorragend. Ein Entenpärchen hat uns Gesellschaft geleistet. Die haben die ganze Zeit neben uns gestanden und gewartet bis wir ihnen was zu essen runterschmeißen. Was wir natürlich auch gemacht haben (ja, ja die Touris halt), aber niedlich war es. Wie die beiden ihre Hälse nach oben gestreckt haben und uns erwartungsvoll angeguckt haben. Echt süß. Gegen 20.30 Uhr sind wir nun endlich auf dem Boot gewesen. Ach ja, während unserer Wanderung habe ich doch glatt wieder 4 Caches mitgenommen. Durch den einen Cache habe ich übrigens von der Fischräucherei erfahren. Jörg funkt mal wieder. Gestern hatte er einen aus St. Lucia am Funk. Bei denen ist das Wetter bestimmt besser….aber wenigstens haben wir keine Mücken.

Freitag, 4. Juli 2014 - Karlshamn Väggahamn

karlsham

Bis um 10.00 Uhr haben wir geschlafen. War das schöööön. Heute war nur Ausruhen angesagt. Wir haben sehr lange mit Sheila und Edward Creswick aus Exeter von der Adagio einem großen Motorboot gesprochen. Was sind die nett. Die haben einen weißen Labrador namens Teddy. Wir haben Ihnen zugesagt, dass wir ihren Teddy nehmen würden, wenn sie mit dem Boot nach Berlin kommen sollten. In Köpenick ist nämlich die Werkstatt bzw. Händler von ihrem Boot. Was für ein Zufall. Und sie können in Berlin halt nicht viel machen, weil sie ja Teddy dabei haben. Wenn wir in England sein sollten, sollen wir uns unbedingt melden. Dann zeigen sie uns ihr schönes Exeter. Also das machen wir mal. Die waren so etwas von herzlich. Die beiden bzw. die drei wollten nach Hanö. Ich habe ihnen die Nr. vom Hafenmeister gegeben. Bei dem großen Boot ist es sicherlich besser, sich vorher anzumelden. Zumal wir uns nun so verquatscht haben, dass sie ganz schön spät weggekommen sind. Um 12.00 Uhr haben wir dann endlich gefrühstückt und danach unsere Ruckdämpfer montiert. Heute Nacht hat es ordentlich geruckt. Da ist Jörg von wach geworden. Hier am Hafen gibt es ein Geschäft für Bootszubehör. War ja klar, dass wir da hingehen mussten. Das zieht uns ja förmlich an wie das Licht die Motten. Und natürlich wurden wir auch fündig. Vor allem hat Jörg endlich einen richtigen robusten Südwester gefunden und nicht sone Modemützchen, wie man sie in Berlin bekommt. Und hier haben wir nun auch ein Ersatzteilset für unsere Toilette gefunden. Noch ist sie nicht kaputt. Aber man weiß ja nie. Sicher ist sicher. Danach sind wir zum Hafen Svanevik, der östlich von Väggahamn liegt gelaufen. Erst einmal ist da ein Cache und dann wollten wir auch mal sehen, ob wir da Platz gehabt hätten. Das war ja mein Alternativhafen.

Aber gut, dass wir den nicht angelaufen haben, da dort die Plätze alle recht eng sind. Also nicht so optimal für uns. Es gibt hier auch keine Möglichkeit längseits anzulegen. Landschaftlich ist dieser Hafen noch schöner als Väggahamn. In Väggahamn ist aber die Einfahrt recht schmal. Also bei ordentlich Wind und Strömung ist es hier sicherlich nicht so ratsam reinzufahren. Da um 18.00 Uhr Deutschland gegen Frankreich spielt haben wir beschlossen, uns ein paar Leckereien aus dem hiesigen Delikatessengeschäft der Räucherei zu kaufen und dann schön aufzutischen. Hmmm war das lecker. Und dann hat Deutschland auch noch gewonnen. War ja alles perfekt.

Morgen düsen wir weiter Richtung Karlskrona. Wir schaun mal ob wir so auf halber Strecke ca. 16 sm zwischen den Inseln irgendwo ankern. Das Wetter war heute übrigens super schön. Den ganzen Tag Sonnenschein und 26 Grad. Endlich mal kein Regen. Hoffentlich bleibt es jetzt etwas länger so.

 

Samstag, 5. Juli 2014 - Karlshamn  – Ekenäs/Ronneby – 16 sm

schären

Motoren, motoren, motoren – Wind voll von vorn. Tja. Schlechtes Timing. Aber trotz alledem eine wunderschöne Fahrt durch die Schärenwelt von Schweden. Was ist das hier idyllisch. Wir haben uns immer an die empfohlenen Wege gehalten. Und da war es auch schon recht eng. Dadurch waren wir jedoch immer recht dicht an den Inseln und so konnte man die Schönheit der Schären richtig genießen.

Nach nur 4 Std. sind wir in Ekenäs angekommen. Das Hafenhandbuch stimmte bzgl. der Tiefen nun nicht so richtig. Da wo 2,7 m angegeben wurden, waren gerade mal 2 m. Das war uns dann doch zu knapp mit 1,9 m Tiefgang so sind wir dann doch zum östlichen Steg und haben da den ersten Liegeplatz (Ausleger) genommen. Kurz vorher sind wir natürlich in die Falle getappt und sind direkt vor dem Hafen auf Grund gelaufen. Wir haben uns so ein Schärenführer für Blekinge gekauft und da wurde das noch genau erklärt. Ich hatte aber vergessen, dass es sich um diesen Hafen handelt. Hier wartet dann wohl die hiesige Dorfjugend darauf, gegen ein Entgelt dem blamierten Skipper zu helfen. Na das blieb uns erspart, da Jörg ja inzwischen Übung hat uns aus Untiefen rauszuschaukeln. So auch hier. War gott sei Dank nur Schlamm.

Der Liegeplatz ist bei den zurzeit aus O-NO kommenden Wind sehr unruhig. Da der Schwell direkt aufs Boot schlägt. Die ganzen Wochenend-Motorbootfahrer, Jetskifahrer, die hier unterwegs sind, sind da auch nicht gerade förderlich. Die Aussicht hier ist jedoch sehr schön. Wir gucken auf die Insel Karön und auf sehr schöne alte Holzvillen.

Als wir zum Hafenmeister gegangen sind, sahen wir eine große Gruppe musizierender Kinder. Die waren aus Berlin und haben eine Konzertreise gemacht. Witzig. Die Berliner findet man überall. 

Sonntag, 6. Juli 2014  -    Ekenäs/Ronneby

eknäs

Was für ein schöner Tag. Heute war ein richtig schöner Sommertag. 26 Grad kaum Wind. Na, das war natürlich ideal, um unser Schlauchboot Mäxchen aufzupumpen. Gesagt getan. Und dann sind wir mit Mäxchen nach Ronneby gefahren. Gestern mit den Fahrrädern heute mit dem Boot. Das war super schön. Hier fand endlich auch Jörgs schwarze nicht sinkende wasserdichte Riesenkiste ihre Anwendung in der wir alle Wertsachen und den Fotoapparat verstaut haben. Und ich kann ganz gemütlich auf der Kiste sitzen. 

Roennby haf

In Ronneby haben wir vergeblich ein schönes Café gesucht, wo wir ein Stück Kuchen bekommen und Kaffee trinken können. Aber hier scheint es so etwas nicht zu geben. Jedenfalls nicht im Zentrum. Dort ist auch nicht so schön. Hier ist es schmuddelig und die Häuser ungepflegt. 

Anschließend sind wir ins Kulturhaus gegangen und haben uns dort die Ausstellungen angeguckt. Die Halle in diesem Kulturhaus sieht grandios aus. Ganz in weiß mit hellen Dielenboden. 

Galerie

Unter anderem hat Sigurd Persson einige Designs auch Emaille wofür Ronneby bekannt ist ausgestellt und dann unterschiedliche Maler. Einiges war sehr nett. Eine Sonderausstellung von Uno Svenssson war nicht so mein Fall. Hier scheint mir, dass der Künstler ganz schreckliche Sachen aus seiner Vergangenheit abgearbeitet hat. Ich hoffe, es geht ihm jetzt besser. Aber wahrscheinlich bin ich ein Kulturbanause.

Ronneby ist auch ein altbekannter Kurort mit sehr schönen Parkanlagen. Eine japanischer Garten, ein Rosengarten und viele viele schöne Ecken.

rone

Und wir haben mal wieder einen Golfplatz fast vor dem Hafen. Schon das zweite Mal während unserer Tour. In Ähus gab es auch einen Golfplatz in der Nähe vom Hafen. Mal schaun, ob wir im nächsten Jahr Muße und Zeit finden, wieder Golf zu spielen. Nachdem wir in unserem favorisierten Supermarkt Walli’s noch ein paar Kleinigkeiten zum Abendessen gekauft haben sind wir mit Mäxchen wieder zurück zum Hafen. Nach einem kleinen Zwischensnack haben wir mit Mäxchen die Insel Karön umrundet. Dabei sind wir doch zweimal auf Steine aufgesetzt. Einmal recht heftig. Danach waren wir aber vorsichtiger und ich habe vorne am Bug geguckt, ob es flacher wird. Heute war ein so schöner Sommertag. Einfach herrlich. Das haben wir mit einem Auflauf und einer guten Flasche Wein und etwas Klassik und Jazzmusik bis in den Sonnuntergang ausklingen lassen. Zum Schluss kam dann noch die Schwanenmama mit Kind und guckte, ob noch was für sie abfällt. Aber die ist so zickig, da habe ich ihr nichts mehr gegeben. 

Montag, 7. Juli 2014  -      Ekenäs/Ronneby

ronn

Auch heute ein super schöner Sommertag. Wir waren aber fleißig und haben heute unsere Wäsche gewaschen. Mittags sind Lilo und Siegfried von der Irama Dunia eine Hallberg Rassy 39 angekommen. Die haben erst an einem etwas schmalen Steg angelegt und mussten sich dann doch noch mal an einen breiteren verholen. Da haben wir ihnen geholfen. Dabei haben wir dann erfahren, dass die beiden (er 79 Jahre alt) von 1998 – 2010 um und durch die Welt gesegelt sind. Na, das war ja was für uns, und wir haben die beiden dann für abends auf ein Bierchen eingeladen. Das war sehr nett. Sie hat damals auch Fremdsprachenkorrespondentin gelernt. Zufälle gibt es, da ich das ja auch gelernt habe. Sie haben einige sehr nette und interessante Dinge über ihre Reisen erzählt.

Mittags sind wir wieder mit unserem Mäxchen on Tour gewesen. Da habe ich mir dann Notizen gemacht, wo man evtl. ankern könnte, wenn wir im nächsten Jahr hier sein sollten. Dann sind wir noch zur Insel Karön. Die liegt genau gegenüber von Ekenäs. Dort haben wir einen schöne Spaziergang gemacht und endlich auch ein Cache gefunden. Also hier in der Gegend war mir der Cachegott nicht hold. Es gibt zwar unheimliche viel hier, aber gefunden habe ich sie nicht. Aber einer reicht ja. Ich wollte bei jeder unserer Stationen wenigstens einen Cache machen. Das hätte ich somit erfüllt. Morgen geht’s weiter nach Karlskrona. Ab morgen Nachmittag soll der Wind auffrischen auf 5 – 6 Bft und die Welle auf 2,5 m. Da möchte wir schon ein wenig weiter gekommen sein. Leider muss man ja langsam wieder an den Rückweg denken. Da sind wir ja dann auch schon fast an der Ecke zum Kalmarsund. Von wo aus wir ja dann auch den langen Schlag nach Hause machen wollen.

 

Dienstag, 8. Juli 2014   -   Ekenäs/Ronneby – Karlskrona 28,9 sm

fels

Wir haben unser monströses Schlauchboot nun doch lieber auf das Boot vorne aufs Deck gezogen. Mir ist das nichts mit dem hinterherziehen. Gerade wenn wir in den Häfen, die ja nun nicht so riesig sind manövrieren finde ich das fast gefährlich. Da vorne liegt es ganz gut. Nur wenn wir anlegen, müssen wir es mit dem Spifall nach oben und etwas zur Seite ziehen. Sonst kommt da keiner nach vorne zum Anlegen. Wir sind dann schon um 9.15 Uhr los. Und gut daran getan. Da wir den Wind wieder voll von vorn hatten. Da wir wie Jörg immer so schön sagt ein Segelboot und kein Motorboot haben sind wir recht weit raus um Höhe zu bekommen und haben dann ein paar Mal gekreuzt. Und unsere Rechnung ging auf. Wir haben zwar 10 sm mehr hinter uns gebracht aber sind bis Karlskrona gesegelt.

Nicht so schön, war der Wind, der zum Teil mit über 20 Knoten pfiff. Dann gab es auch noch Böen mit über 30 Knoten. Die Wellen waren außerhalb der Landabdeckung auch schon wieder so um die 1,5 – 2 m. Eine Böe hat uns so erwischt, dass wir ein derart bedenkliche Krängung hatten, dass mir ganz mulmig wurde. Das Schiff ist auch so aus dem Kurs gegangen, dass ich ans Steuer musste. Da profitierte ich nun vom Segelkurs, da ich nun wusste, wie ich das Steuer drehen musste und ich das Schiff wieder auf Kurs brachte. Die zweite extrem starke Böe hat mich aber dann doch beindruckt und so habe ich lieber Jörg ans Steuer gelassen. Immerhin hat die Sonne die ganz Zeit geschienen und wir hatten so um die 26 Grad. Insofern war der Wind nicht kalt.

Gegen 15.00 Uhr sind wir dann endlich in Karlskrona angekommen. Das Anlegemanöver war etwas krötig, da der Wind uns so vertrieben hat und Jörg eigentlich an der Steuerbordseite anlegen wollte. Aber die ist ja bekanntlichermaßen nicht die Schokoladenseite von dem Boot und so sind wir nach backbord abgetrieben. Nun gut, dann haben wir eben da angelegt. War nur ungünstig, da da gerade Leute auf dem Schwimmstege waren. Aber wenn das Boot nicht will. Ich habe auch zu spät realisiert, dass hier ja Schwimmstege sind. Wo wir ja als erstes mit der Leine von der Mittelklampe festmachen. Da ich noch so auf den Trichter der Y-Ausleger war hatte ich auf der Mittelklampe natürlich nichts festgemacht. Doof. War eben nicht mein Tag. Hier sind jedoch in jedem Hafen immer gleich helfende Hände. So auch hier. Ein ganz nettes Pärchen aus Deutschland hat uns dann mit den Leinen geholfen.

Nach einem Ankerschluck und einer Siesta und anschließender Dusche sind wir gegen 19.00 Uhr in die Stadt gelaufen. Der erste Eindruck ist gut. Viele Geschäfte. Nette Fußgängerzone. Toller Eisladen, bei dem wir natürlich sofort halt gemacht haben. Hier gibt es einiges zu sehen und viele nette Cafés. Das war in Ronneby nicht so schön. Jörg ist ja so ein „Schaufenstergucker“ und „gerne im Café sitzen“ Typ. Insofern war er schon einmal glücklich. Hier gibt es zwei große Supermärkte, wo wir dann auch wieder unsere Salate von der Salatbar zusammengestellt haben. Die haben hier ein sehr leckeres Angebot an unterschiedlichen Zutaten für Salate. Da heute um 22.00 Uhr Deutschland gegeben Brasilien spielt wollte ich nicht, dass Jörg noch das Kochen anfängt. So haben wir unsere Lümmelwiese aufgebaut und gemütlich das Fußballspiel gesehen. Es war ja unfassbar, was da passierte, die Deutschen führten in der ersten Halbzeit mit sage und schreibe 5:0 gegen Brasilien. In der zweiten Halbzeit haben sie das Tempo rausgenommen und dann kam Brasilien doch etwas in Schwung, aber Neuer scheint zur Zeit in Höchstform zu sein und hat bis auf einen Ball alles abgewehrt. Dann haben die Deutschen den Schürle eingewechselt und der hat dann auch noch mal zwei Tore geschossen. So dass es einen Endstand von 7:1 gab. Die armen Brasilianer. Die waren total geschockt und haben geheult. Wie arm. Aber wir sind im Finale. Na da bin ich ja gespannt. Meistens wenn die ein so gutes Spiel hatten, wie gegen Portugal, war ja dann die Luft raus. Schaun wir mal, ob das gegen die Niederlande reicht. Die spielen heute gegen Argentinien. Aber da die zurzeit richtig gut sind, gehe ich davon aus, dass die gewinnen. Das Spiel werden wir uns heute auch angucken. Und Sonntag dann das Finale. Also müssen wir noch bis Sonntag in Schweden bleiben. Hier sind wir sicher, auch Empfang zu haben.

 

Mittwoch, 9. Juli 2014   -    Karlskrona

Marinemuseum

Kulturtag. Wir sind im Marinemuseum gewesen. Sehr interessant und sehr nett aufbereitet. Und man konnte ein U-Boot besichtigen. Nun habe ich endlich mal ein U-Boot von innen gesehen. In Peenemünde blieb mir das ja verwehrt. Nach gut 6 Stunden hatten wir dann genug Input. 

Da wir bis Montag hierbleiben werden, haben wir noch genug Zeit, noch andere Museen zu besichtigen. Der Wind hat nämlich ordentlich zugenommen und wird sich erst am Sonntag wieder beruhigen. Das Pärchen vom Nachbarboot ist heute angekommen und wurde ordentlich durchgeschüttelt, da inzwischen auch die See bis 2 m ist. Das haben wir ja gestern auch schon gemerkt, dass da was kommt. Die sagten auch, dass wohl erst ab Sonntag eine Wetterberuhigung eintritt. Also traurig bin ich nicht, da es hier so viel zu erkunden gibt und wir somit endlich mal etwas länger an einem Ort bleiben. So kann ich mich mal entspannen und erholen bevor es dann zum großen Schlag nach Polen geht. Nach unserem Marinemuseumbesuch sind wir in die Stadt gelaufen und haben uns im Espressohaus mit Bagel und Muffins gestärkt. Da war ja ein Vogelaufkommen. Ein Raabejungtier schrie ständig seinen Raaben-Papa an, der genüsslich in einem Muffinpapier die Reste rauspikte. Zwischendurch hat dann Raabenbaby den Papa so bedrängt, dass der ihm dann endlich was ins Maul stopfte.

Das habe ich gefilmt. Echt toll. Danach waren wir einkaufen und um 19.00 Uhr endlich wieder auf dem Boot. Jörg funkt wieder. Wobei er hier durch die vielen Segelboote nicht so einen tollen Empfang hat. Da stören wohl die Masten. Inzwischen ist der Hafen auch gerammelt voll. Im Hinblick auf die Starkwindwarnungen für dieses Gebiet haben sich nun alle im Hafen versammelt.

 

Donnerstag, 10. Juli 2014 -   Karlskrona

 

Hafen Karlskrona

Putz- und Arbeitstag. Nach einem späten Frühstück (12.00 Uhr) nahm das Arbeiten seinen Lauf. Wir haben die Bruty und das Mäxchen geschrubbt. Jetzt sieht beides wieder schön aus. Die Bruty hatte es aber auch echt nötig. Hier kann man wenigstens klares Wasser nehmen soviel man möchte. In Ueckermünde ist das ja verboten. Total bescheuert, weil man sein Boot wohl schlecht mit dem Grütz-Boddenwasser sauber bekommt. Aber in Ueckermünde kosten die Duschen ja auch 2,00 Euro. Hier nichts. Offenbar hat Schweden kein Wasserproblem wie Ueckermünde…

Morgen werden wir aber mit den Fahrrädern etwas durch die Gegend fahren.

Übrigens war das Spiel Niederlande – Argentinien echt zäh. Letzten Endes haben die Argentinier durch 11-Meter Schießen gewonnen. Da bin ich froh. Ich finde, wenn die WM schon in Südamerika stattfindet dann sollte auch eine südamerikanische Mannschaft im Finale stehen. Ich hoffe, dass die Argentinier am Sonntag so schlecht spielen wie gestern und wir so gut wie gegen Brasilien. Dann werden wir Weltmeister. Schlannnnnnnnd….. 

Freitag, 11. Juli 2014 -    Karlskrona

dragsö

Fahrradtour nach Saltö und Dragsö. Einige Caches entdeckt und schöne Landschaften gesehen. Der Wind ist immer noch recht heftig vor allem die Böen. Wir haben nun auch die Kuchenbude aufgebaut, ist doch gemütlicher und morgen soll es wohl auch regnen. Der Hafen wird jeden Tag voller. Sie liegen schon zu dritt an den Liegeplätzen, wo eigentlich nur zwei vorgesehen sind. Neben uns hat sich auch eine Dufour 40 mit einer sehr hübschen schwedischen Familie reingezwängt. War ganz schön eng, weil wir ja auch recht breit sind und hier noch ein kleines schmales Segelboot liegt. Aber hat alles geklappt. Der Skipper hat auch ganz toll manövriert. Sie haben dann achtern bei uns fest gemacht.

Wir sind nachmittags wieder Eis essen gegangen. Nicht in den hier so angepriesenen Eisladen am Stortoget Platz, der eine riesen Schlange hat. Nein bei unserem kleinen Eiscafé, den wir am ersten Abend entdeckt haben. Die sind super nett und das Eis ist auch sehr lecker. Vorher haben wir uns den Hafen in Dragsö angeguckt. Aber der ist für uns doch zu klein. Und so toll gelegen ist der eigentlich auch nicht. Gleich gegenüber von einem Campingplatz und Strandbad. Da habe ich lieber Autolärm. Ich bin halt ein Stadtkind. 

Nun haben wir auch wieder unser Mäxchen zusammengepackt. Das war auch ein Akt. Als der Typ das im Laden gemacht hat, sah das einfacher aus. Aber auf dem Boot ist das auch ein Gegurke. Daher hatten wir das dann auf den Steg geschmissen und dann ging es auch. Leider haben wir dabei aber irgendeine Holzlatte zerbrochen. Komisch wo die herkam. Wir wussten erstmal gar nicht, dass so etwas da überhaupt drin war. Müssen wir dann mal den Verkäufer fragen, wo das Teil hin gehört. Kann aber daran gelegen haben, dass wir beim Schlauboot schon vorher die Luft rausgelassen haben. Das sollte man ja beim Einwickeln erst machen. Nun denn, dann müssen wir eben eine neue Holzplatte anfertigen lassen. War eh nur son Spanholzteil. 

Wir waren noch in unserem Lieblingssupermarkt I CA in den Cityhallen(da sehr gut sortiert) einkaufen. Die haben hier sogar sehr leckeres Grau- und Vollkornbrot. Jedoch nur abgepacktes. Hier gibt es Schmelzkäse in zig Variationen in Tuben. Davon haben wir dann auch mal eine ausprobiert. Und Saucen bzw. Mayonnaise in unterschiedlichen Geschmackrichtungen. Mango Chili hatte ich schon probiert. Find ich total lecker, Jörg eher nicht. Die Bernaise mit Chili ist leider eher geschmacksarm. Hört sich besser an, als sie schmeckt.

Zum Abendessen gab es Jörgs Milchreis. Hmmmmm, superlecker. Dabei haben wir die DVD geguckt, die uns Thommy unser Nachbar ausgeliehen hat. Irgendwas mit Galaxis. Sehr lustig.

 

Samstag, 12. Juli 2014 -  Karlskrona

Ausblick vom Hafen Karlskrona

Nichts gemacht. Schön. Das Wetter war heute auch genau richtig, um nichts zu machen. Recht bewölkt immer noch recht windig und um 16.00 Uhr fing es an zu regnen. Die Dufour mit der hübschen schwedischen Familie hat sich woanders hin verholt. Morgens ist hier ja immer ein starkes Treiben, da einige Boote dann weg segeln und die, die so zwischendrin lagen, sich dann „richtige“ Plätze suchen. Aber wir haben schon wieder einen Nachbarn. Aber diesmal ein kleines Boot eine Mön aus Deutschland. Das ist besser so kann keiner ins Cockpit starren. Ich mache mir etwas Sorgen wegen dem Wetter. Ich hoffe, dass wir pünktlich in Ueckermünde ankommen und nicht durch so starken Wind und Welle stampfen müssen. Der Wind kommt Montag aus West. Ganz toll. Dann haben wir wieder gegenan. Kann sein, dass wir Ultklippan auch auslassen und gleich nach Bornholm segeln. Jörg sieht das noch entspannt. Er macht sich erst morgen Gedanken, wie es weitergeht. Hat er ja Recht. Die Wettervorhersage ändert sich ja auch ständig. Jedenfalls was die Windrichtung und Stärke angeht. Das Pärchen aus Deutschland nebenan ist aus Kalmar gekommen und das war echt anstrengend. Die Welle war gut 2 – 3 m.

 

Sonntag-Montag, 13. u. 14. Juli 2014 - Karlskrona

Um ca. 15.00 Uhr hat es aufgehört zu regnen. Seit gestern Abend hat es ununterbrochen geschüttet. So sind wir nun zu dem historischen Seefahrermuseum gegangen. Da wurden alte Boote ausgestellt und über den damaligen Schiffsbau berichtet. Die Kultur war damit beendet und wir sind wieder in unserem Lieblingseisladen. Heute gab es Joghurt mit Honig und Nüssen und Caramel. Das Eis ist echt eine Wucht hier.

Um 20.00 Uhr hat Jörg dann einen Gemüseauflauf gemacht. Den haben wir dann beim Fußballspiel Deutschland – Argentinien gegessen.

tv

Super lecker und das Spiel war auch sehr spannend. Und dann hat die Mannschaft es dank Götze noch kurz vor Ende der Verlängerung geschafft. Und ..schland ist Weltmeister. Toll. Das haben wir dann mit unserem Rest des Finlandia Black Currant Woldkas gefeiert. Der ist nun alle und somit ist klar wir fahren gleich durch nach Kolberg, um neuen Stoff zu bunkern. Hihi. Naja, nun nicht hauptsächlich darum. Da der Wind Montag immer noch für uns gegen an ist, das Wetter auch sehr dürftig (es regnet mal wieder), haben wir beschlossen, nun doch erst Dienstag los zu düsen. Laut Wetterbericht sollten wir für Kolberg dann Halb- bis raumen Wind haben. Die Wellen halten sich wohl auch in Maßen mit bis max. 1 m. Und es soll dann wohl nicht regnen. Na schaun wir mal. Ich freue mich aber, dass es nun wieder losgeht. Und dann noch über Nacht. Wir haben 120 sm vor uns. Ich bin ja gespannt, wie das wird und hoffe, dass es nicht so stürmt und regnet. Was für eine nette Überraschung. Da bekommen wir eine SMS von Siegfried und Lilo. Die beiden, die wir in Ekenäs kennengelernt haben. Sie sind heute hier angekommen und waren schon bei uns am Boot. Aber unser Boot sah so zu aus, dass sie dachten, wir hätten das Boot hier liegen lassen und wären wieder in Deutschland. So sind wir dann um 17.30 Uhr zum Sundowner zu ihnen rüber. Sundowner ist gut, da es hier ja die meiste Zeit regnet und nicht viel Sonne zu sehen ist. Aber um 20.00 Uhr kam dann doch noch die Sonne raus. Es war sehr schön. Die beiden hatten ein bewegtes Leben und damit viel zu erzählen. Ich hoffe sehr, dass wir die beiden noch öfters sehen. Es gibt viel Parallelen zwischen dem Leben von Siegfried und Jörg.

 

Dienstag/Mittwoch, 15. u. 16. Juli 2014 - Karlskrona – Kolberg 126 sm

Auf nach Kolberg

Die erste vollständige Nachtfahrt. Juhu. Anfangs war der Wind echt strong bis 22 Knoten. Und natürlich viel südlicher als angesagt. Somit sind wir die ganze Zeit hart am Wind gesegelt. Anstrengend, da ordentliche Krängung und jede Bewegung genau überlegt werden muss. Aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Die Welle von bis zu 2 m tat dann ihr übrigens. Aber wir sind mit guten 6 – 7 Knoten bei vollgerefften Segeln durch die Ostsee gepflügt. Das ist doch auch was, dass es voran geht. Wir sind schon um 8.15 Uhr los. Gegen 20.00 Uhr ließen der Wind und auch die Welle endlich etwas nach. Um 21.00 Uhr ist Jörg dann schlafen gegangen. Da der Wind nun nur noch mit bis zu 12 Knoten blies, habe ich ausgerefft (weiß gar nicht, ob es das Wort überhaupt gibt) und so mit voller Besegelung so um die 5 Knoten gemacht. So gegen 23.00 Uhr ging der Mond auf. Sah das toll aus. Ein riesen oranger Kreis, der das Meer richtig orange beleuchtete. Toll. Im Laufe meiner „Schicht“ bis 1.00 Uhr fiel dann auch noch der Autopilot aus und das Schiff dreht selbständig bei. Toll. Also bin ich gaaaanz gemütlich (bei 6 Knoten Wind) eine Wende gefahren….ganz alleine…… Das hätte mir mal einer im letzten Jahr erzählen soll. Nun bei dem Wind natürlich auch kein Abenteuer. Aber ich habe das „Problem“ selber gelöst ohne Jörg zu behelligen. Auf jeden Fall habe ich nun ganz genau aufgepasst. Der Wind dreht immer südlicher, so dass ich eine Zeit lang auch selber steuern musste, um immer wieder etwas Wind zu holen um wenigstens einigermaßen auf Kurs zu bleiben. Aber leider musste ich doch immer mehr abfallen sonst hätten wir nur noch gegenan.  Um 1.00 Uhr hat Jörg dann das Ruder übernommen und ich bin schlafen gegangen. Ich bin dann aber erst so um 3.00 Uhr eingeschlafen bis um 4.00 Uhr. Aber die Stunde habe ich gut geschlafen. Jörg musste nun auch den Motor anmachen. Wind leider immer noch direkt aus Süd. Toll, das wurde so nicht vorhergesagt. Da Jörg nun auch keine Lust hatte wieder mit dem Kreuzen anzufangen, hat er beschlossen, die letzten 25 sm zu motoren. Er hat sich dann bis um 8.00 Uhr schlafen gelegt. Ich habe wieder das Ruder übernommen, war jedoch ganz schön müde und bin auch ein paar Mal eingenickt, um dann wieder hochzuschrecken, um schnell einen Rundumblick zu machen. Hier ist ja ein Sekundenschlaf nicht ganz so gravierend. Nicht auszudenken, wenn das im Auto passiert. Aber gerade hier in Polen, wo die ständig irgendwelche Fischernetze haben, sollte man schon gut Obacht halten. Und prompt habe ich natürlich auch welche ausgemacht. Der Sonnenaufgang war auch sehr schön. Eine ganz glatte Ostsee, kaum Wind und so diffuses Licht.

Um 10.15 Uhr sind wir dann in Kolberg angekommen. Also der Hafen an sich ist zwar riesig. Aber die Marina bzw. der Teil für die Sportboote sehr klein und eng. Hier sollte man gut manövrieren können.

Kolberg

Leider wird hier gebaut und daher haben wir Baulärm. Sehr entspannend. Wenn die aber nicht bauen ist es recht idyllisch. Wir liegen hier längseits direkt vor der historischen Festung Morast Redoute.

Die Hafenanlage ist recht neu und daher auch alles sehr schön, sauber und modern. Und die Liegegebühr ist echt ein Schnäppchen. Knapp 10,00 Euro und 1,00 Euro für Duschen und Strom. 

Nachdem wir uns geduscht haben sind wir auch schon los ins Städtle und haben in einem kleinen Café Kuchen und Kaffee verspeist. Der Kuchen ist hier echt lecker. Das haben die in Schweden nicht wirklich drauf gehabt. Kolberg ist ganz nett auch die Innenstadt hat schöne Elemente. Aber nun aufgrund der Ferien ist hier sehr viel los. Das ist nun nicht so meins. Jörg freut sich, der mag das Gewusel.

Um 14.00 Uhr kam dann der tote Punkt und wir sind aufs Boot und haben bis 16.00 Uhr geschlafen. Dann hatten wir auch schon wieder Hunger und sind in ein Restaurant „Pod winogronami“ gegangen, in dem Jörg letztes Jahr im Juni schon einmal gewesen war. Wie folgt kann man das erreichen: Vom Hafen links die nächste wieder links bis zum bewachten Parkplatz dann rechts da kommt man direkt drauf zu. Und es war so exzellent wie auch damals. Da werden wir morgen auch wieder hingehen. Das Ambiente, die freundliche Bedienung und das hervorragende Essen lassen einen hier Stammgast werden. Nach einer Verdauungsspazierfahrt mit dem Fahrrad (Jörg kann wieder nicht richtig laufen mit seiner kaputten Ferse) sind wir wieder aufs Schiff. Wir haben natürlich auch noch unseren Finlandia Black Currant Wodka bekommen. Wobei das nicht ganz so einfach war. Es gibt zwar Finlandia Wodka in jedem Kiosk aber eben nicht diesen Black Currant. 

 

Donnerstag, 17. Juli 2014 -   Kolberg

park

Heute wurde „leider“ fleißig gebaut. Ein großer Bagger zerkleinerte große Steine. Das war ein Lärm. Insofern haben wir zeitnah unsere Fahrräder geschnappt und sind ca. 30 km den Baltic Bike Weg immer an der Ostsee entlang gefahren. Ein sehr schöner Weg, der auch hervorragend ausgebaut wurde.

Wir sind bis zum Ekopark Wschodni gefahren. Hier sieht es aus wie in Florida, sagt Jörg. Sehr schön.

Abends wollten wir ja wieder ins Restaurant Pod winogronami aber da war leider alles voll, also sind wir weiter zu Strandpromenade und in ein super tolles Restaurant „Pergola“. Nicht ganz preiswert, aber das Essen und der Ausblick sind es wert. Man guckt von ganz oben der Terrasse direkt aufs Meer. Ein toller Sonnenuntergang war dann die Krönung. Wie Urlaub…(running Gag)

Freitag, 18. Juli 2014   -    Kolberg

Strand Kolberg

Strandtag. Vor dem Baulärm flüchtend sind wir diesmal den Baltic Bike Weg in die andere Richtung nach Westen gefahren. Auch hier Strand, Strand, Strand. Das ist ja Wahnsinn wie lang und schön dieser Strand ist. Der geht wohl bis nach Swinemünde. Wir haben uns ein schönes Plätzchen gesucht, gelesen, gechillt. Aber nicht gebadet. Das war mir doch zu kalt und Jörg ist ja eh nicht so der Badetyp. Auf dem Rückweg sind wir dann die Straße entlang gefahren. Da haben wir gemerkt, dass wir Kolberg bereits verlassen hatten und nun in einem Ferienort Grzybowo sind. Hier ist alles neu gebaut. Viele Stände mit Schmuck, Essen und Tinnef und etwas Halli Galli. Zwischendurch haben wir uns mit den hier super leckeren Waffeln „Gofre“ gestärkt. Diese Waffeln sind in Polen so lecker und knusprig.

Am Abend haben wir noch einmal den Versuch gestartet im Pod winogronami  essen zu gehen. Hier waren auf der Terrasse nur so kleine Bistrotische frei. Das war uns zu eng, so hat es uns doch wieder in die Pergola verschlagen. Da ist es auch vieeeel schöner. Das Essen wieder ein Gedicht bei einem wunderschönem Sonnenuntergang und einer guten Flasche Wein. Ein schöner Urlaubsausklang.

Kolberg RestaurantSonnenuntergang

 

Samstag, 19. Juli 2014  -  Kolberg – Ueckermünde (Uede)72,2 sm

Geplant war der Schlag nur bis Swinemünde. Aber da aufgrund der Regatta „Rund Bornholm“ wie wir später erfahren haben, der Hafen übervoll war und wir keine Lust hatten ins Päckchen zu gehen sind wir dann weiter nach Ueckermünde. War ich gar nicht so böse drum. So können wir Sonntag alles ganz gemütlich zusammenpacken. Der Segeltag war super. Mit einer der schönsten. Strahlender Sonnenschein, 27 Grad. Wind o.k. zugegebenermaßen etwas wenig mit anfangs 2 –5 Knoten. Aber achterlich und was heißt das? Raus mit dem Parasailor. Und der hat seinen Job gut gemacht. Trotz es gesagt wird, dass der Parasailor erst bei 5 Knoten zum stehen kommt hat der uns schon bei 2 – 4 Knoten mit ca. 3 Knoten durchs Wasser gezogen. Super. Später drehte der Wind und wir hatten Halbwind. Aber da kann man ja auch noch mit dem Tuch segeln. So sind wir dann bis 2 sm vor Swinemünde mit dem Teil gesegelt. Echt schön.

Um 19.00 Uhr dann in Swinemünde angekommen um zu sehen, dass der Hafen knüppelvoll ist. Da ist die Entscheidung dann weiter nach Uede zu fahren leicht gefallen. Im Hinblick auf die Fischernetze haben wir uns im Großen und Ganzen an die Betonnung gehalten. Und so sind wir störungsfrei einen wunderschönen Sonnenuntergang betrachtend um 23.00 Uhr in Uede angekommen. Dort wurden wir ganz lieb von Werner empfangen, der uns schon die Vorleine angab. Dann haben wir mit Werner und Ewa noch einen Ankerschluck getrunken und sind um 1.00 Uhr in die Kojen.

Am Sonntag war aber nichts mit gemütlich einpacken. Bei dem schönen Wetter sind wir doch wieder rausgefahren und haben im Haff geankert und einfach nichts gemacht. Hier war ich dann sogar baden. Das Wasser im Haff ist recht warm, da macht das Spaß. So haben wir beschlossen erst Montag nach Berlin zu fahren. Ist ja Wochenende, da soll man ja auch ruhen….

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