Stationen dieses Törns: Ueckermünde, Swinemünde, Thiessow, WolgastRankwitz

 

 

 

Samstag, 14. Mai 2016 - Ueckermünde - Swinemünde – 20 sm

Gegen 12.00 Uhr sind wir los. Diesmal habe ich auch alle Fender reingenommen (ähem). Wir hatten ordentlichen Wind bis 20 kn halb- bis raumschots. Zwischendurch gab es immer mal Böen mit über 25 kn. Bei einer Böe mit über 30 kn hätten wir beinahe eine Patenthalse gemacht (ungewolltes Drehen des Schiffes in eine bestimmte Richtung). Ging aber gerade noch gut.

Um an den Netzen vorbeizukommen mussten wir aber trotzdem zig mal Halsen. Aber ganz gut, da ich nun wieder ein gutes Gefühl dafür habe. Komisch, dass man bzw. ich wieder Anlauf brauche, um alle Segelfertigkeiten abzurufen.

In der Kaiserfahrt hatten wir wie üblich die meiste Zeit gegenan und haben die Segel eingeholt und motort. Dabei haben wir das gemacht, was wir mit am liebsten machen, nämlich gut essen. Wir kamen uns vor wie auf einer Butterfahrt…ich habe den Verkäufer für die Lammfelldecken vermisst...

Das Wetter war viel besser als angesagt. Wir hatten die ganze Zeit Sonnenschein und ca. 16 Grad. Es war geradezu mild….

Um 16.00 Uhr sind wir in einen total leeren Hafen angekommen. Schlimm, wenn man soviel Auswahl an Liegemöglichkeiten hat. So sind wir dann erst einmal hin und hergefahren, bis wir uns einig waren, wo wir nun anlegen.

Inzwischen gibt es auf dem ganzen Marinagelände W-Lan. Was für ein Luxus auf dem Schiff im Internet surfen zu können. Cool. Nun gut dafür ist die Liegegebühr auch etwas teurer geworden und wir zahlen jetzt jeden Tag Kurtaxe. 42,00 Zloty pro Tag Liegegebühr und 8 Zloty Kurtaxe. Duschen ist auch teurer geworden 7 statt 5 Zloty.

 Abends sind wir wieder in den Jazz-Club bzw. Restauracja Centrala essen gegangen. Wir waren jedoch enttäuscht. Der Service war unter aller Kanone, da die dort eine Veranstaltung hatten und offensichtlich überfordert waren. Und die Rote Beete Suppe war ungenießbar, da dort schätzungsweise 5 Knoblauchzehen reingemacht wurden. Voll eklig. Die Kroketten und das Schnitzel waren wieder o.k. Wird auch mal Zeit, dass wir andere Restaurants testen.

 

Sonntag - Dienstag, 15. - 17. Mai 2016  -      Swinemünde – Hafentage

Kalt…..ca. 10 Grad aber hin und wieder Sonne und da ist es warm. Und Wind, Wind und nochmal Wind und Böen bis 30 Knoten. Und dann noch aus der Richtung, in die wir gerne möchten nämlich Rügen. Aber kein Problem. Wir sind gerne in Swinemünde und haben so die Zeit genutzt, einige neue Restaurants und Cafés zu testen. Und bei der der Gelegenheit war ich wieder cachen und habe 5 neue Caches und somit 560 Caches insgesamt. Also äußerst erfolgreich.

Ich hab mir die App TripAdvisor runtergeladen und dort sind einige Empfehlungen bzgl. Restaurants.

Somit haben wir das Café Mont-Blanc entdeckt. In diesem gibt es belgische Schokolade und ganz tolle Pralinen und äußerst köstliche heiße und kalte Schokoladenspezialitäten zum Trinken.

Abends sind wir in das Restaurant „Dune“ direkt an der Promenade essen gegangen. Jörg hatte frischen Zander. Ganz saftig und sehr lecker. Ich hatte Spagetti Bolognese mit Muscheln und Chili, die auch al dente und super schmackhaft waren.

Waffeln haben wir im Café San Francisco gegessen. Waffeln sind hier ja überall gut. Die Sahne war auch wieder ein Gedicht. Wobei die Waffeln an den Ständen noch die allerbesten sind.

Dienstag abend haben wir Seehecht und Zander im Restaurant Promenada gegessen. Als Vorspeise eine Fischsuppe und Tintenfischsuppe. Die Fischsuppe war noch besser als im Restaurant Dune. Den Zander fand ich im Dune saftiger. Dafür war der Seehecht ein Gedicht. Die Bratkartoffeln sahen eher aus wie große Pommes waren aber sehr lecker. Der Rohkostsalat hat uns auch sehr gemundet.

Der Laden war auch gerammelt voll. Und erstaunlicherweise obwohl wir dicht an der Küche saßen, stanken die Klamotten nicht nach Essen.

 Auf der Promenade gab es einige Veranstaltungen und Darbietungen. Unter anderem ein chilenischer Puppenspieler, der sehr lustig war. Und eine chilenische Balletttänzerin, die auf Flaschen balanciert ist. Teilweise stockte einem echt der Atem.

  

Mittwoch, 18. Mai 2016   -   Swinemünde - Thiessow - 36,4 sm 

Nachdem wir bemerkt haben, dass der Tank nur noch ca. ¼ voll ist und die Windvorhersagen ja sehr dürftig sind, haben wir beschlossen, doch noch in Swinemünde voll zu tanken. Immerhin 108 l. Hat Jörg gut geschätzt, er sagte, dass wir noch ca. 40 l haben und tatsächlich.

Um 10.20 Uhr sind wir nun endlich los. Bei tollen 4 – 6 Knoten Wind. Erst zuviel jetzt wieder so dürftig. Aber dafür war die Ostsee ganz ruhig. War eine schöne Fahrt und nach ca. 4 Std. brieste der Wind endlich ein wenig auf. Das bei herrlichem Sonnenschein und ca. 15 Grad. Könnte schlimmer kommen. Auf dem Greifswalder Bodden wurde irgendeine Plattform mit 4 Pilotboote in die Ostsee transportiert. Sah komisch aus. Beim Essen später hatten wir einen Blick auf die Ostsee und haben diese Plattform immer noch gesehen.

 

Um 18.30 Uhr sind wir in Thiessow angekommen und Uli der Hafenmeister mit seinem verrückten Terrier Moritz hat uns schon zugewunken und uns einen Platz gleich vorne zugewiesen. Der Hafen war gut besucht. Da ich vom letzten Mal (auch fast 1,5 Jahre her) noch wusste, dass hier Spundwände sind, habe ich diesmal die Fenderbretter genutzt. So waren wir bestens vorbereitet.

Gleich nach dem Anlegen sind wir diesmal im Strandcafé mit Blick auf die Ostsee essen gegangen. Mein Dorsch war hervorragend, super gewürzt und die Bratkartoffeln ein Gedicht. Der hausgemachte Matjes dagegen war nicht so gut, da ganz schön zäh. Nach dem Essen haben wir noch am Strand gechillt, wie man heutzutage so schön sagt.

 

Donnerstag, 19. Mai 2016  -    Thiessow - Hafentag 

Rügenmarkt….Leckers Brot und Butterkuchen bei Treppens gekauft. Eine schöne dicke Jacke aus Schurwolle – jetzt kann es wieder kalt werden :-), eine ganz hübsche Kette, die eine tolle 3D Optik hat und viele leckere Essenssachen (Fisch, Käse, Würste) gekauft.

Mit den Fahrrädern nach Klein-Zicker gefahren und in der Gaststätte mit tollen Blick auf den Greifswalder Bodden, einen Schwarzwaldkirscheisbecher (endlich mal mit richtiger Bäckersahne und nicht sone Sprühscheiße), gegessen.

 

Abends bei einem wunderschönen Sonnenuntergang, auf dem Boot die ganzen leckeren Sachen verputzt, die wir auf dem Markt gekauft haben.

 

 

Freitag, 20. Mai 2016 - Thiessow - Wolgast - 20,2 sm

Das Ablegen war eine Herausforderung, weil uns der Wind mit gut 15 Knoten an die Kaimauer gedrückt hat. Um in die Vorspring einzudampfen ist die Mauer aber zu hoch, da hätte unser Anker gelitten. Und das wollen wir ja nicht. Also dann halt hinten eingedampft. Und das klappt gut. Der Motor hatte allerdings gut zu tun. Was wir an Wind im Hafen zuviel hatten war draußen dann gar nicht vorhanden. Sehr witzig…Es war unheimlich diesig und der Greifswalder Bodden spiegelglatt. Das hatte eine geisterhafte Stimmung…grusel. Die Windstille ausnutzend haben wir unsere Ablenkungstabelle für den Steuerkompass erstellt. Der Track sah auch richtig gut aus. Ein ganz ordentlicher Kreis. Die ganze Zeit hatten wir einen super schöne Blick auf Mönchgut.

 

Da wir ja nun nur motoren konnten, waren wir auch schon um 15.30 Uhr an der Brücke Wolgast. Da haben wir dann bis 17.45 Uhr auf die Öffnung gewartet. Ich dachte erst, dass die schon um 16.45 Uhr öffnen und so haben wir uns schon um 16.40 Uhr vom Dalben losgemacht und standen ganz brav vor der Brücke. Wundernd, warum die Autos immer noch fahren. Also ich die Nr. von Wolgast Brücke rausgesucht und wollte schon anrufen und fragen, was denn jetzt los ist. Dabei noch einmal auf meine Notizen geguckt und da stand auch 17.45 Uhr. Wie peinlich wäre das denn gewesen, da anzurufen. War schon peinlich genug, dass wir wie die Deppen vor der Brücke standen. Also wieder an den Dalben und wieder festgemacht.

Um 18.00 Uhr haben wir dann an der Südseite im Stadthafen Wolgast längseits festgemacht. Hier ist die Mauer total niedrig. Also alle Fender ein Stock tiefer.

Nach uns hat dann eine Hallberg Rassy 42 aus Kröslin festgemacht. Die Herren von einem anderen Boot, die auch bei uns die Leinen angenommen haben, und Jörg haben den Typen von der Rassy auch geholfen. Also vorne festgemacht und da schreit er: "Los mann hol doch mal dichter". Hat aber die ganze Zeit das Bugstrahlruder so laufen lassen, dass das Boot vom Steg weddrückte. Witzbold, ist wohl der Meinung, dass die Männer so schweres Schiff gegen das Bugstrahlruder ziehen. Und vor allem der Ton. Alle Helfer waren mit Verlaub gesagt angepisst und Jörg rief ihm zu, er solle ich mal einen anderen Ton angewöhnen und Manövrieren üben ehe er hier die Leute anbluppt. Son richtiger oller alter Kerl, der mit seinem kleinen Sklaven unterwegs zu sein schien. Den kommandierte er nämlich auch die ganze Zeit rum. Hol mal dies, mach das, los nun mach doch mal. Der Arme Wicht.

Nun gut wir sind dann weg von dem schlechten Karma und haben die alte Herzogstadt Wolgast erkundet. Ein niedliches Dörfchen, welches idyllische Flecken aufweist. Abends sind wir im Speicher essen gewesen. Die Küche was o.k., Keine Highlights. Und hier gibt es Becks vom Fass. In Berlin gibt es das ja kaum, meist nur aus Flaschen.

 

Drei Caches durften auch nicht fehlen. Dabei haben wir gelernt, dass es einige Brunnen gibt, die nach der Feuerbrunst 1750 gebaut wurden. Inzwischen sind sie aufgestockt worden, aber unten sind die alten Steine erhalten geblieben. Weiterhin ist hier der Maler Runge der Sohn der Stadt, der jedoch früh verstorben ist.

 

Samstag, 21. Mai 2016 - Wolgast - Rankwitz - 10,5 sm

Gefrühstückt haben wir diesmal in der Stadt bei der Bäckerei Junge. Sehr leckere Brötchen haben die. Ein Brot haben wir jedoch bei der Lila Bäckerei gekauft. Das weiß man, was man hat. Das Wetter ist inzwischen richtig toll, so dass wir draußen sitzen konnten.

Um 11.00 Uhr haben wir abgelegt. Der Hafenmeister kam nicht und so konnten wir hier gratis liegen. Wobei wir haben in dem hiesiegen Schiffsausrüsterladen noch einmal nachgefragt. Der Herr dort sagte, wir können aber so los und haben Glück gehabt. Der Hafenmeister sei krank und die Vertretung kommt nur sporadisch vorbei. Auch gut. Im Übrigen kostet der Liegeplatz 1,00 Euro pro Meter bis 15 m ansonsten 1,50 / m. Duschen frei. Strom 0,50 / 1 kw. WC’s waren o.k. Erstaunlich sauber. Die Duschen waren auch toll. Zwei Duschen. Eine davon hatte auch ein WC mit im Raum.

Diesmal konnten wir gut segeln. Wir hatten zeitweise Böen mit über 20 knoten und haben einmal 8,5 Knoten auf dem Tacho gehabt. Oder auf der Logge.

So sind wir schon um 13.00 Uhr angekommen. Wir liegen hier ganz draußen längseits. Die Ausleger sind für uns recht kurz. Und ganz rein zu fahren, war uns zu heikel wegen der Tiefe. Der erste Versuch an so einem Ausleger anzulegen ging erst mal daneben, da uns ein netter Mensch helfen wollte, aber der hatte den Festmacher nirgendwo belegt und dachte er könne bei starken Seitenwind die 10 Tonnen mit der Hand halten. Mannomann. Also wir ihm zugerufen, er soll das Seil wieder loslassen. Wir starteten einen neuen Versuch. Und so haben wir auch gesehen, dass die Ausleger etwas kurz sind. So sind wir "draußen" geblieben. Hier ist auch schön mit einem super Blick auf den Peenestrom. Niemand neben uns. Herrlich. Fast als würde man ankern.

Gestärkt haben wir uns im Hafenrestaurant. Und es war köstlich. Jakobsmuscheln mit Mangomuss und Himbeeren und als Dessert ein Schokofondant mit Vanilleeis. Jörg hatte Dorsch mit Pastinakenpüree und Möhren, als Dessert eine Rharbarbersuppe mit Vanilleeis. Auch köstlich.

Als Verdauungsspaziergang habe ich sogleich zwei Caches entdeckt, in einem Wald voller Mücken...brrrr

 

Wie üblich abens bei einem herrlichen Sonnenuntergang auf dem Boot gegessen.

 

 

Sonntag, 22. Mai 2016 - Rankwitz - Ueckermünde - 20,8 sm

Wir sind gemütlich so um 11.15 Uhr los und hatten einen tollen Wind bis zur Brücke.

Teilweise recht starke Böen, so dass ich die ganze Zeit gesteuert bin und wir dem Autopilot seine Sonntagsruhe gegönnt haben. Nach einer kurzen Wartezeit an der Brücke ging es dann erstmal mit Motorunterstützung weiter. Hier in dem engen Fahrwasser hart am Wind zu segeln ist uns zu anstrengend und das Gekreuze ist auch nervig für die, die aufgrund ihres Tiefganges wie wir ja auch, im Fahrwasser bleiben müssen.

Ca. 2 sm nach der alten Eisenbahnbrücke bei Karnin konnten wir aber wieder die Segel setzen und sind bei schönstem Wetter gen Ueckermünde gesegelt.

 

Fazit:

Es war eine kurze schöne entspannte Woche, bei der ich meine Segelpraktiken wieder auffrischen und vertiefen konnte. Wir haben auch wieder neue Häfen kennengelernt und tolle Restaurants. Auf jeden Fall hat das wieder Lust auf mehr gegeben und wir sehen unseren baldigen längeren Urlauben sehnsuchtsvoll entgegen.

 

 

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