Am Freitag, 26. April 2013 war es endlich soweit.

Bei wunderschönem Wetter 26° und strahlendem Sonnschein sind wir in Berlin um 16.00 Uhr nach Kappeln losgefahren.

Ein Abstecher zu AWN in Spandau durfte natürlich nicht fehlen, um noch einige Ausrüstungsgegenstände zu kaufen. Davon kann man ja auch nicht genug haben.
Um 21.30 Uhr sind wir nun endlich in Kappeln angekommen. Bei dem Gedanken, jetzt noch dass ganze Gerödel aus dem Auto aufs Boot zu schaffen, anschließend noch die Betten zu machen, fiel uns die Entschluss leicht, eine Nacht im Thomson`s Motel zu bleiben.

Am nächsten Morgen hat uns die Vorfreude, die „Bruty“ endlich gemeinsam im Wasser zu sehen, früh wach werden lassen. Jörg hatte ja bei der Übergabe und Probefahrt schon das Vergnügen. Insofern haben wir das Frühstück kurz gehalten und sind dann schnell zur Marina gefahren.

.... Dann endlich sind wir in der Marina angekommen und die „Bruty“ sieht soooo schön aus. Unglaublich, dass das unser Schiff sein soll. Wir können es irgendwie gar nicht glauben.

Transport Steg Steg

CockpitSalon

Wir haben dann erst einmal alles ausgeladen und aufs Boot verfrachtet. Auf dem Steg sah es noch unheimlich viel aus aber im Boot haben wir das gut verstauen können. Nun haben wir ja auch unsere „begehbare Backskiste“, die dritte Kajüte. Die müssen wir zwar vor Donnerstag noch aufräumen damit Thomas und Kerstin, die am Freitag kommen, auch einen Platz um Schlafen haben.

Begehbare Backskiste 

Wir hatten schon bei der ersten Besichtigung beschlossen, dass die Vorschiffkabine mein Bereich sein wird. Jörg möchte gerne in der Achterkabine Backbord heimisch werden. Somit habe ich mich dann in „meiner“ Kabine häuslich eingerichtet. Wir fanden es schon wichtig, dass jeder auch auf engstem Raum, einen kleinen persönlichen Bereich hat. Nach getaner Arbeit haben wir dann endlich eine Flasche vom guten Moet Champagner geköpft und auf unsere „Bruty“ und auf hoffentlich viele schönen Segeltouren angestoßen. Passend dazu strahlte die Sonne und wir konnten gemütlich auf unseren bequemen Comfort Seats auf dem Vorderdeck sitzen.

Gitti

Gitti und Jörg
 
Die erste Nacht haben wir dann aber getrennt in „unseren“ Kojen verbracht. Boa war das kalt. In der Nacht gab es Frost und wir haben die Heizung nur auf Stufe 1 gemacht. Ich hatte drei Decken um mich rum, war aber auch zu müde, um mir meinen superwarmen Schlafsack noch auszupacken. Aber irgendwann bin ich dann eingeschlafen.Das Aufstehen war dann schon echt eine Überwindung bei der Kälte. Um unser erstes Frühstück auf der „Bruty“ auch richtig zu genießen, haben wir dann aber auch die Heizung auf höchste Stufe gestellt.
Also, die ist ja leistungsstark. Da war es schon fast zu warm. Also wieder etwas gedrosselt. Aber gut zu wissen… wir müssen auf unserem Kahn nicht erfrieren…:-) Noch mehr Wärme kam dann aus dem Ofen, in dem wir Brötchen aufgebacken haben. Auch das funktionierte einwandfrei. Ist ja alles neu für uns und insofern begeistert uns alles, was auf Anhieb gut funktioniert. 
Nach unserem ausführlichen und sehr reichhaltigen Frühstück haben wir dann geputzt und aufgeräumt was das Zeug hält. Und dann war es endlich soweit:

 
Unser erster gemeinsamer Segelausflug mit unserem Schiff.

bruty on tour

Das Ablegen hat gut geklappt. Der Bugkorb und Anker hatten ganz leichte Bekanntschaft mit dem Dalben. So haben die sich auch mal kennen gelernt. Tja, 12 m sind schon eine Größenordnung, an die man sich gewöhnen muss. Jetzt haben wir versucht, uns mit dem Plotter etwas auseinanderzusetzen. Es ist schon ein Wahnsinn, wie leicht uns die Technik das Navigieren macht. Aber gut, man sollte trotz der ganzen Technik, nicht das einfache Handwerk, nämlich  Seekarte, Zirkel und Dreieck außer Acht lassen. Das braucht kein Strom. Insofern werden wir natürlich immer auch unsere Kurse auf der Seekarte einzeichnen und auch regelmäßig  Kreuzpeilungen machen.
Dann sind wir bei Windstärke 4-5 Bft. und Böen bis 6 Bft. einige Manöver gefahren (Wenden, Halsen, Beidrehen).
Jörg war begeistert. Alles funktioniert einwandfrei. Wir haben ja elektrische Winschen.
Die sind zwar bequem nur etwas langsam. Da bin ich mit der Kurbel schneller. Aber wir haben es ja nicht so eilig. 
Apropo eilig. Bei den Winden fährt das Boot gut 7 – 8 Knoten, wie auch Schienen. Eine wahre Freude. 
Das war aber auch ein guter Test, um zu sehen, was segelsicher war und was nicht. Auch daran muss vor allem ich mich als absoluter Segelnewbie erstmal gewöhnen, alles so zu verstauen, das es auch bei der ärgsten Krängung an seinem Platz bleibt.
So gegen 18.00 Uhr sind wir wieder gen Hafen gefahren.
Das hat super Spaß gemacht und ich fand, wir haben das gut hinbekommen.

Im Hafen hat Jörg auch wieder sehr gut angelegt. Ein Segler vom Schiff gegenüber hat uns geholfen. Und voll peinlich wir haben total vergessen, die Fender rauszuhängen. Na, das passiert und bestimmt nicht noch mal. Aber da wir keine Nachbarn hatten, war es auch nicht so tragisch.
Am Abend sind wir dann im Port 19 gegessen und haben den Tag mit den vielen neuen Erlebnissen gemütlich ausklingen lassen. Das Essen ist übrigens hervorragend hier. Eine echte Empfehlung. Das Port 19 bietet ganz leckere unterschiedliche Flamenkuchen und diverse Schnitzel an Alles sehr wohlschmeckend und ein sehr freundlicher Service.

 

Montag, 29. April 2013  

Bugkabine

Heute hat es den ganzen Tag so vor sich hin geregnet. Das war aber o.k., weil wir heute noch bauen, putzen usw. wollten. Bei dem Wetter passt das gut. So haben wir den Tag dann auch verbracht.
Jörg hat im Cockpit Beschläge zum Einpicken montiert. Das hat er echt toll gemacht. Ich habe alle weißen Wände mit Viss geschrubbt. Die haben zum Teil so Flecken vom Kondenzwasser. Alles habe ich leider nicht wegbekommen. Da versuch ich es noch einmal mit Bref Powerreiniger. Mal sehen wie viel Power der hat :-). Jörg hat noch den tollen Messingkleiderhaken montiert. Das Ding ist echt praktisch.

An und für sich wollten wir ja noch das Werkzeug sichten und die Anleitungen ordnen und auch noch die Anleitung vom Plotter lesen. Aber wir waren so fertig, dass wir schon um ca. 22.00 Uhr schlafen gegangen sind. Wir müssen uns ja auch noch etwas Arbeit aufheben.  


Mittwoch, 1. Mai 2013

Da wir gestern früh in der Koje waren, sind wir heute bereits so gegen 7.45 Uhr aufgestanden. Für uns Langschläfer ist das nachtschlafende Zeit.

Nachdem wir den Seewetterbericht von DP07 gehört haben, war klar, heute geht’s aber raus.

Gitti am Ausguck
Also, alles segelfest verstaut, einen Kurs auf der Karte abgesteckt, diesen dann in den Plotter eingegeben und los ging es.
Das Wetter war ideal, sonnig, ca. 16 °, Wind nur 10 km/h. Perfekt. Um 13.30 Uhr sind wir dann los. Beim Ablegen fiel Jörg dann auf, dass das Bugstrahlruder nicht funktionierte. Oh je, aber er hat auch ohne Bugstrahlruder super abgelegt. Zwar rückwärts, was natürlich nicht in seinem Sinne war. Aber es sah sehr souverän aus.  Dann raus über die Schlei in die Ostsee. Unser erster Wegpunkt wurde vom Plotter dann angekündigt. Perfekt. Wir haben die Segel gesetzt und dabei bemerkt, dass die elektrischen Winschen nicht funktionieren. Na toll. Aber nun gut, ich kurbel auch lieber selber. Das geht eh schneller.

Nun konnten wir uns der Fehlersuche widmen. Bzgl. des Bugstrahlruders war der Fehler schnell gefunden. Man sollte es halt auch an stellen. Aber bei der riesen Elektrotafel, kann man schon mal einen Schalter übersehen. Den Winschen fehlte der Saft aufgrund einer durchgeknallten Sicherung. Die wieder reingedrückt und schon ging wieder alles. Ich hoffe, dass sich all unsere evtl. zukünftigen technischen Problem so einfach beseitigen werden. Aber wenn ich an die ganzen Berichte von Seglern denke, die ich in der Vergangenheit verschlungen habe, wird sicherlich noch das Eine oder Andere größere Problem auf uns zukommen. Wir lassen uns überraschen.

Wir sind dann zu einer Gefahrentonne ca. 8 sm entfernt gesegelt. Toller Wind, wir haben ganz ruhig ca. 8 knoten gemacht. Ich bin dann eine Wende gefahren. Etwas holprig aber wir haben es gerade noch hinbekommen. Also, das macht so einen Spaß, echt irre. Ich habe heute viel mit dem Fernglas geguckt, ein Kreuzpeilung genommen und siehe da, auch den richtigen Standort bestimmt. Das alles in die Karte eingetragen. So wie ich es gelernt habe.

Dann sind wir wieder zurück, haben an der Ansteuerungstonne der Schleimündung unsere Segel wieder eingeholt. Irgendwie ist das Groß nicht richtig eingerollt. So faltig. Wir haben das bestimmt 4 x wieder rausgeholt und dann wieder rein. Irgendwie ging das nicht ordentlich rein. Zum Schluss hatte Jörg die Faxen dicke und hat es eben faltig eingerollt. Basta. Hoffentlich bekommen wir das wieder raus….
Um 17.30 Uhr haben wir wieder angelegt und haben immerhin 23 sm gemacht. Das Anlegen klappte wieder richtig gut. Diesmal habe ich auch an die Fender gedacht. Nur die blöde Bugleine habe ich doch wieder hinter dem Bugkorb an die helfende Hand gegeben. Aber auch das bekomme ich irgendwann richtig hin. Auf jeden Fall waren wir voll happy und haben erstmal einen schönen Ankerschluck im Cockpit getrunken. Total gemütlich. Da der Wind schön eingeschlafen ist und die Sonne noch schön ins Boot geschienen hat, war das ein herrlich milder Abend. Wir haben zum ersten Mal im Cockpit gegessen.

Cockpit

Anschließend haben wir noch einen Abendspaziergang gemacht und sind zu Günny nach Grauhöft gegangen. Er war sogar auf seinem Boot und wir haben dann noch etwas geklönt. Mit Günni habe ich meinen ersten Segeltörn auf der Ostsee gemacht. Und er ist auch Schuld, das ich mich mit dem Segelvirus infiziert habe.

Vielen Dank lieber Günni.

 

Zusätzliche Informationen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.